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Im deutschen Reich · 1898-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1898) · p. 354

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1898)
Article
Bensemer [Rezension]
Date
1898-06-01
Page
354 (sequence 1)
Language
German
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864 Wcherscha«. Bensemer, Oberlehrer in Thorn. „Beiträge ^u einer Geschichte deSBlühens und deSNiedergangeS derJudenimKönigreichPole n." 22 S. Berlin 1898. Ein kleines Schristchen, eine große Täuschung! Das Schild der geschichtlichen Wissenschaft wird ausgehängt, um unter dem anspruchsvollen Titel „Beiträge zu einer Geschichte des Blühens und des Niederganges der Juden im Königreich Polen" die bekannten antisemitischen Scherze und Albernheiten anzubringen. Dem Titel entspricht nicht der Inhalt, und der Verfasser, — wenn nämlich ein armseliges, ängstliches Zusammenstoppeln ein Recht auf diese Bezeichnung giebt, — besitzt auch nicht im Entferntesten die wissenschaftliche Eignung, irgend welche Beiträge zur Geschichte der Juden in Polen liefern zu können, denn er versteht weder Polnisch, noch Hebräisch, ja nicht einmal das mittelalterliche Latein. Von der einschlägigen Literatur hat er nicht die leiseste Ahnung. Er kennt nicht den für solchen Zweck ganz unentbehrlichen „Oaäsx äiplomsckleus Llsjoris Poloniae“, nicht „Die ältesten groß-polnischen Grodbücher" von I. v. Lekßycki, nicht die Urkundenveröffentlichungen von Pjekosinski u. A. m. Er weiß nicht einmal, daß die historische Gesellschaft für die Provinz Posen eine Zeitschrift und Sonderveröffentlichungen herausgiebt, in denen werthvolles Material für ein derartiges Thema sich findet. Fast die gesammte, seit etwa 30 Jahren erschienene Literatur ist ihm fremd geblieben. Die Hauptquelle, die er benutzt oder vielmehr in einer nicht mehr schönen Weise ausschreibt, ist Jekel, „Polens Staatsveränderungen und letzte Verfassung", Wien 1803, 2. Theil, Kapitel 2, ein Buch, das gerade auf diesem Gebiet niemals großes Ansehen beansprucht oder genossen hat und heutzutage völlig veraltet und bedeutungslos geworden ist. Daneben hat er noch in Grätz, Caro, Perles und vielleicht auch im Sternberg geblättert. Ein Konglomerat von Citaten und Plagiaten aus diesen Büchern, in antisemitischer Phraseologie aufgeschwemmt, deren saftigster Niederschlag sich in den Anmerkungen abgesetzt hat, geschmückt mit zahlreichen Ausrufungszeichen, so sind auf 2 VU ©eiten „Beiträge zu, einer Geschichte rc. der Juden in Polen" glücklich zu Stande gekommen. Greisen wir ein Beispiel heraus, um nur an einer Probe zu zeigen, wie der Verfasser arbeitet, d. h. plagiert; S. 13 heißt es:

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