Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1898)
- Article
- Die Entgegnung Paulsen's
- Date
- 1898-06-01
- Page
- 325 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/2316602-2316637-2316644-2322516--04106-2322635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Entgegnung paulsen's. 325 Boden ruhen. Diesem Lande zu dienen ist unser Ehrgeiz, unser Stolz. Wir sind in der That deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, das heißt Staatsbürger des Bekenntnisses, das den Glauben an den einig einzigen Gott, der die Geschicke unseres Daseins leitet und bestimmt, in sich trägt. Auch bei uns geht die Liebe der Furcht Gottes voraus. Nach dem feierlichsten Bekenntnisse: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einziger Gott" folgen die Worte: „Du sollst lieben den Ewigen, Deinen Gott mit Deinem ganzen Herzen, mit Deiner ganzen Seele, mit Deinem ganzen Vermögen." Auch für uns ist dieser einzige Gott ein Gott des Erbarmens und der Gnade und der Langmuth, denn diese sind die ersten Attribute, unter denen er sich dem großen Gesetzgeber offenbart. Wir hoffen mit den Bekennern des Christenthums auf den endlichen Sieg des Wahren und des Guten. Wir hoffen mit ihnen, daß die traurigen Zustände, die leider in so vielen Beziehungen noch auf dieser Erde herrschen, in späterer Zeit nicht ferner walten werden. Wir hoffen mit ihnen, daß einst die Zeit kommen wird, die in den Worten Jesaias so schön vorausgesagt wird: „Man wird nirgends verletzen, noch verderben auf meinem heiligen Berge, denn das Land ist voll der Erkenntniß des Herrn, wie mit Wasser der Meerboden." Groß-Lichterfelde. G. Levinstein.