Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1898)
- Article
- Die Entgegnung Paulsen's
- Date
- 1898-06-01
- Page
- 317 (sequence 5)
- Language
- German
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Die.Entgegnung paulsen's. S1? Rechte und keine Klage wird laut, daß sie dieselbe mißbrauchen. Ich wiederhole hier, was ich in meiner Broschüre bereits erwähnt habe, daß die weitaus größte und freieste Bürgerschaft der Welt dreimal in zehn Jahren einem Juden das höchste Ehrenamt anvertraut habe, daß auch in diesem Jahre ein Jude dasselbe bekleidet. Ich wiederhole, daß eine Reihe von Volksvertretern und Mitgliedern des englischen Herrenhauses Juden sind, daß in Italien der jetzige Finanzminister dieser Religion angehört, daß in Schweden der Polizeipräsident der Hauptstadt ein Jude ist, daß in allen diesen Ländern, ja selbst in Oesterreich und Frankreich Juden in allen Rangstufen der Armee zu finden sind. Wenn Herr Paulsen fortfährt, daß die Juden, die nach seiner Ansicht den Antisemitismus nothwendig machten, viel dazu beigetragen haben, nickt bloß die Kraft des Deutschthums in Oesterreich zu lähmen, sondern auch bei uns die freiheitlichen Ideen um ihren Einfluß zu bringen, so möchte ich die Frage stellen, ob, wenn es in diesen Ländern keine Juden gäbe, hier irgend ein fühlbarer Unterschied zu Tage treten würde. Würden die Czechen und die anderen Nationalitäten in Oesterreich ein Jota von ihren Ansprüchen aufgeben, wenn die Deutschen Oesterreichs ausnahmslos der römisch-katholischen Kirche angehören würden? Würden bei uns die Agrarier, die Konservativen, das Zentrum sich wirklich mehr freisinnigen Ideen hingeben, wenn das Judenthum vernichtet und die Religion Christi allein auf dieser Erde herrschen würde? Walten in den Ländern, in denen das Judenthum entweder gänzlich unterdrückt oder ausgestorben ist, walten in Rußland und Spanien irgendwie ideale Zustände? Was die Assimilierung durch Zwischenheirath betrifft, so frage ich den Autor, in welcher Weise dieselbe eigentlich vor sich gehen soll? Wenn ein Offizier eine Jüdin heirathet, so erhält derselbe entweder seinen Abschied oder muß ihn nehmen. Und bei allen anderen Ständen können doch diese Zwischenheirathen nur dann stattfinden, wenn der oder die Betreffende jüdischen Bekenntniffes nach Paulsens Voraussetzung den christlicken Glauben annimmt. Oder sollen andernfalls die Kinder immer der christlichen Konfession angehören? Und wünscht der Herr Professor,