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Im deutschen Reich · 1898-05-01 · Heft 5 (Mai 1898) · p. 282

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 5 (Mai 1898)
Article
Dr. A. Eckstein [Rezension]
Date
1898-05-01
Page
282 (sequence 2)
Language
German
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3m deutschen Reich. 282 manche unserer Glaubensgenossen lassen sich durch Lügen und Entstellungen, die mit pseudowissenschaftlichem Flitter aufgeputzt sind, nur zu leicht täuschen. Der Laie in der Geschichtsforschung möchte nun sagen: Laßt von kundiger Hand eine Geschichte der Juden in Deutschland schreiben, welche alles in daS rechte Licht setzt. Allein der Sachverständige wird ihn belehren, daß «ine solche Arbeit, wenn sie wissenschaftlich sein soll, fast unmöglich ist, weil es an den Bausteinen, vor allem der Geschichte der Juden in den einzelnen Städten und Territorien fehlt. Was wir bis vor kurzer Zeit an solchen vorbereitenden Arbeiten besaßen, waren fast nur werthlose Gelegenheitsschristen. Das hat sich nun in jüngster Zeit geändert, wo wir neben andern Arbeiten die von Moritz Stern über die Gemeinden in Kiel und Ueberlingen und die von Loewenstein über die Juden in der Kurpfalz erhalten haben. Ihnen reiht sich das vorliegende Buch, Eckstein's Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbisthum Bamberg, würdig an. Die Arbeit, ein werthvoller Beitrag sowohl zur Geschichte eines deutschen Territoriums wie zu der der Juden, zeugt von Fleiß und Kenntnissen. Auch ist sie so geschrieben, daß sie, von den Beilagen abgesehen, auch Ungelehrten, die einen Theil ihrer Mußszeit dazu verwenden möchten, Näheres über die Geschichte ihrer Vorfahren zu hören, in erster Linie also unseren Bamberger Glaubensgenosten angenehme Lektüre bieten wird. Ergänzungen und Berichtigungen, wie sie auch bei den besten derartigen Werken nothwendig sind, hinzuzufügen, muß wistenschaftlichen Zeitschriften, die sicher das interestante Werk eingehend besprechen werden, überlasten bleiben. Hier sei aus seinem reichen Inhalte nur einiges hervorgehoben, das für unsere Leser von besonderem Interest« sein dürfte. Zunächst sei einiger neuer schlagender Beweise für die historischen Verhältnisse gedacht, aus denen sich die übermäßige Ausbildung des Erwerbstriebs bei den Juden erklärt, jenes Verfahrens der christlichen Obrigkeiten, nur den reichen Juden zu schützen, den armen aber „sein Haus auf dem Mond bauen zu lassen." Noch im Jahr« 1747 wurde von einem Bamberger Bischof verordnet, daß keinem Juden mehr Schutz verliehen werde, wenn er nicht -in Bamberg selbst 4000 fl. und auf dem Lande 1, 00 Rthlr. an Vermögen nachzuweisen vermöge. Noch 1780, also nach dem Erscheinen von Lessings Nathan, wurde diese Bestimmung dahin verschärft, daß sich sämmtliche Juden des Ortes, wo der aufzunehmende bisher als Sohn oder Knecht gelebt hatte, verpflichten mußten, für den Fall, daß er das jährliche Schutzgeld nicht würde zahlen können, dafür mit ihrem Vermögen auszukommen. Als 1744 mehrere Judenaus Böhmen aus-

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