Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 266 (sequence 2)
- Language
- German
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28« Im deutschen Reich. und 39 269 Zunahme di« katholische Majorität mit 1 048 131 Seelen und 28 853 Zunahme im Wachsthum sogar mit der absoluten Ziffer, prozentual noch mehr: 6,56 gegen 2,84 pCt. Sachsen hatte 3 611 670 (3 337 850) Evangelisch-Lutherische, 140 285 (128 509) Katholiken und 9902 (9368) Juden. Die Zunahme betrug 8.2 bezw. 9,17 bezw. 5,7 pCt. Durch Uebertritt gewannen die deutschen evangelischen Landeskirchen in den Jahren 1890 bis 1894: 17 002 Katholiken, 2088 Juden und 4517 andere, inSgesammt 23 607; sie verloren an die katholische Kirche 2794, an die Juden 61 und an andere 15 944, insgesammt 18 804 Seelen. In der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde fand am 20. April eine erhebende Feier zu Ehren des Religionslehrers Dr. S. Apolant statt, welcher nach vierzigjähriger Thätigkeit aus der Anstalt schied. Bei dieser Feier rühmte der staatliche Kommissar, Stadtschulinspektor Dr. Lorenz, die Verdienst« des Jubilars und überreichte den von Sr. Majestät dem Kö ig demselben als Zeichen der Anerkennung verliehenen Kronenorden. Der in Berlin, früher in Elbing wohnhafte Bankier Jakob Litten stiftete anläßlich seines achtzigsten Geburtstages der Elbinger Synagogengemeinde 10 000 Mark. Vor einiger Zeit machte ein Citat des genugsam bekannten Dr. Dingfelder-Gnodstadt, aus dem Buche „Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland" durch alle antisemitischen Blätter die Runde, weil nach diesem Citat die Verfafferin, Prinzessin Therese von Bayern, sich sehr schroff gegen die Juden ausgesprochen haben sollte. Die Redaktion der „Jüdischen Presse" hat sich das Buch verschafft und war dadurch in der Lage. Folgendes festzustellen: ..Zunächst haben die. Herrschaften vergessen hinzuzufügen, daß die scharfen Ausdrücke der Prinzessin nur den Juden von Wissniza, einem kleinen Orte in Podolien, gelten. Dann aber findet sich in demselben Buche Seite 557 folgende Stelle: „Indessen nicht alle südwest-russischen Juden sind wie die soeben geschilderten, es giebt unter ihnen auch gebildete und achtenswerthe Persönlichkeiten. Zudem bringt die Anwesenheit der Juden Handel und Wandel in die entlegensten Orte, die sonst aus Mangel an Verkehr gänzlich verkümmern würden, und gestaltet sich das Leben durch die Konkurrenz der Juden untereinander zu einem billigeren, als in den Landstrichen, in denen sie fehlen. Die Juden sind alle fleißig, und diejenigen unter ihnen, welche ein Handwerk treiben, arbeiten besser als ihre christlichen Standesgenossen." Die Berliner „Börsen-Zeitung" berichtete: „Eine grundsätzlich