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Im deutschen Reich · 1898-05-01 · Heft 5 (Mai 1898) · p. 244

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 5 (Mai 1898)
Article
Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
Date
1898-05-01
Page
244 (sequence 3)
Language
German
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244 Im deutschen Reich Vaterlande zum Nutzen geschaffen wurde. Unter anderem war dies der Fall im Jahre 1882 und 1883 beim Krankenkaffengesetze. Zur Vervollständigung von LaSkerr Wirken in den Kommissionen und in den Fraktionen seien hier die Worte seines Freundes, des Abgeordneten vr. Ludwig Bamberger — aus dessen Gedenkrede vom 27. Januar 1884 — wiedergegeben: „Von seinem Eintritte in das Abgeordnetenhaus bis er zuletzt von uns schied, hat er in siebenundfünfzig Kommissionen gesessen, d. h. wohl über tausend Sitzungen angestrengter Art, in denen sicherlich niemand thätiger, angestrengter, beredter war, als Lasker. In dreizehn Kommissionen hat er die Referate übernommen, dabei die schwierigsten, und das Alles war noch lange nicht seine gesammte Thätigkeit. In diesen Kommissionen arbeitete er auch für das, was man sozialistische Angelegenheiten nennt. Er war es, der mitwirkte, im Anfänge des deutschen Reichstages schon, in den Kommissionen für Gewerbefreiheit, Freizügigkeit, Aufhebung der Beschlagnahme des Lohnes der Arbeiter, Bildung der Arbeiter für freie Erwerbsgenoffenschaften. Dann kamen die großen Justiz-Kommissionen und die Kommission für das Hypothekenwesen. Auch in den Aufgaben der Provinzial-Verwaltung war er bald Referent, bald thätigstes Mitglied. Ferner in der Kommission für das Militärstrafgesetz und das eigentliche Militärgesetz, das Gesetz über die Heeresdienstleistung hat er gesessen. Ja auch in der Kommission für die Bankgesetzgebung war er mein tüchtigster Mitarbeiter. Wie war's, wenn man morgens in die sogenannte Fraktionssitzung kam? Der erste war er sicherlich. In dem großen Saale saß er schon oben allein am Tische, beladen mit Aktenstößen. Einige hatten die Vorlage gelesen, von diesen hatten wenige schon gewagt sich ein Urtheil zu bilden, die Meisten hatten überhaupt noch keine Kenntniß davon. Dann eröffnete das Präsidium die Berathung und fragte ob jemand zur Vorlage sprechen wolle. Allgemeine Stille. Lasker erhebt sich und bringt die ganze Vorlage so faßlich, so deutlich nach allen ihren Gesichtspunkten zusammengestellt unter die Augen der Anwesenden, daß nun mit einem Male eine Menge von Meinungen ersteht, die ganz gut Bescheid wissen, und die Debatte entwickelt sich. Er war Generalstabschef der Fraktion, auch ihr Feldwebel.. Wer einen Antrag zu stellen, ein Amendement zu formulieren hatte, wer

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