Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 242 (sequence 1)
- Language
- German
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24 2 Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses. Eduard Laster. (Schluß.) |E^aS Verhältniß des Reichskanzlers zu Laster hatte sich merklich gelockert, weil dieser bei seinem treuen Festhalten an dem einmal für richtig erkannten Gesichtspunkte immer unbequemer wurde und weil er angeblich den Abgeordneten von Bennigsen vom Eintritt in's Ministerium zurückgehalten hatte. Schließlich erklärte Lasker im Reichstage: „Ich darf mir das Zeugniß geben, und das weiß auch das Land, daß ich den Herrn Reichskanzler viele Jahre hindurch in seiner Politik wohl so unterstützt habe, wie gewiß keiner mit mehr Willen es gethan hat. Ich bin nicht sein Gegner gewesen zu der Zeit, als noch die heute von ihm aufgegebene Tendenz der Politik für ihn maßgebend war; ich bin naturgemäß sein Gegner, nachdem er die entgegengesetzte Richtung gegangen ist. Allerdings habe ich auch die Unterstützung immer mit der vollen Selbstständigkeit meiner eigenen Meinung geliehen. Wenn dies schon ausreicht, mich als seinen Gegner zu bezeichnen, dann bin ich allerdings sein Gegner von Alters her." Damals erwiderte der Reichskanzler: „Ich habe seine (Laskers) Thätigkeit von Anfang an als eine wesentlich gegen mich und meine Pläne, nicht im Prinzip, aber thatsächlich immer angebrachtermaßen bei jedem Vorschlag gerichtete empfunden. Ehe nicht ein Amendement Lasker angenommen war, hatte ich wenig Aussicht auf Unterstützung, und dieses Amendement Laskers kreuzte oft meine Tendenzen empfindlich. Ich fühle keinen Dank für eine mir von ihm zu Theil gewordene Unterstützung." Des Reichskanzlers ältester Sohn, Graf Herbert Bjsmarck, trat gegen Lasker bei der Reichstagswahl im Jahre 1878 als