Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1898-05-01 · Heft 5 (Mai 1898) · p. 241

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 5 (Mai 1898)
Article
Zu den Wahlen
Date
1898-05-01
Page
241 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2316602-2316637-2316643-2322376--03967-2322446
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Au den Wahlen. 241 antisemitische Gesinnungen geäußert hat. Wir sind es unserer Selbstachtung schuldig, daß wir niemandem unsere Vertretung anvertrauen, der unsere Abstammung oder unseren Glauben verächtlich macht. Innerhalb der Parteien, in denen jüdische Politiker Einfluß haben, werden diese bei Auswahl ver Kandidaten ihr Augenmerk auf zwei Punkte richten müssen: 1. Von der Kandidatur sind thunlichst solche Parteigenossen fem zu halten, welche Antisemitismus auch nur im Privatleben treiben. 2. Jüdische Parteigenossen sollen dagegen als Kandidaten nicht wegen kleinlicher persönlicher oder konfessioneller Bedenken bekämpft werden. Das Ziel ist zu hoch, der Kampf ist zu schwer, als daß in der politischen Arena Hindernisse ausgethürmt werden dürften, welche dorthin nicht gehören. Wie ein Politiker über rituelle oder konfessionelle Dinge denkt, soll die Wähler nicht beeinflussen. Persönliche Neigungen und Abneigungen sollen nicht entscheiden. Vor allem: Seid einig!!! Dann werden die Erfolge nicht ausbleiben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.