Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 4 (April 1898)
- Article
- Neumark
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 222 (sequence 3)
- Language
- German
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222 Im deutschen Reich. der antisemitischen „Deutschen Wacht" nicht, welche der am 13. d. M. der „Thorner Presse" entlehnten Notiz die ironische Bemerkung hinzufügte: „Wir empfehlen der Rechtsschutz-Kommission deS Central- Vereins das vorstehend erwähnte Erkenntniß zu aufmerksamem Studium." Der Redakteur der „Deutschen Wacht" Herr V. H. Welcker Lhut allerdings gut, jetzt seinen Witz zu schärfen; er wird ihn als Reichstagswahlkandidat bald nöthig haben. Wie die konservativen „Dresdner Nachrichten" andeuteten, dürften ihm von seinen eigenen Parteigenossen halbvergessene „Schwabenstreiche" ins Gedächtniß zurückgerufen werden. Die Red.) Allenstein,!. April. Der Redakteur der„ErmländischenZeitung" Johann Peter Hoernemann aus Braunsberg hatte sich wegen eines Artikels über die im November v. I. hier stattgehabten Stadtverordnetenwahlen, durch den der jüdische praktische Arzt Dr. Kamnitzer und der Kaufmann Alexander Block sich beleidigt fühlten, vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Da Hoernemann den Verfasser des ihm von Allenstein zugesandten Artikels nicht nennen wollte, wurde gegen ihn wegen Beleidigung auf 400 Mark Geldbuße oder 40 Tage Gefängniß erkannt. (D Düsseldorf, 1. April. Bei den kürzlich hier stattgehabten Handelskammerwahlen wurde der Antisemit de Bruyn dem ausscheidenden Kammermitgliede L e v i s o n als Kandidat entgegenstellt, blieb aber in der Minderheit. Da die Wahl beanstandet wurde, mußte die Wahl acht Tage später wiederholt werden, aber dabei fiel der Antisemit wieder durch und das bisherige Kammer- Mitglied Levison wurde mit 185 Stimmen wiedergewählt. [ß Soest, 10. April. Eine Vorlage des hiesigen Magistrats, das Schächten des Rindviehs ganz zu verbieten, ist in der am 5. d. M. abgehaltenen Stadtverordneten-Versammlung gegen 2 Stimmen abgelehnt worden. Es fand aber der Antrag Hennicke Annahme, der Erwägung des Magistrats anheimzugeben, ob sich nicht eine Einschränkung des Schächtens, entsprechend dem Verhältniß der jüdischen Einwohnerzahl zur christlichen, ermöglichen lasse. Der Antrag des Stadtverordneten Stern, bei dem Schlachten der Schweine auf, Vermeidung von Quälereien Bedacht zu nehmen, wurde ebenfalls angenommen. Castrop, 17. April. Dem Handelsmann Wefringhaus aus Frohlinde, der gestern Abend auf dem hiefigen Bahnhof mit dem Verladen von Schweinen beschäftigt war, gingen die wildgewordenen Pferde seines Fuhrwerks durch und rasten führerlos durch die Stadt. Der jüdische Kommis MaxLenneberg aus dem A. G. Weinberg'schen Geschäft