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Im deutschen Reich · 1898-04-01 · Heft 4 (April 1898) · p. 200

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 4 (April 1898)
Article
Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
Date
1898-04-01
Page
200 (sequence 2)
Language
German
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200 3m deutschen Reich. und schloß seine wirkungsvolle Rede mit den Worten: „Ein großer Theil der jüngsten wirthschaftlichen Verwirrungen hängt zusammen mit dem übermäßigen Eisenbahnbau, und dieser ist zu einem nicht geringm Theile veranlaßt dadurch, daß gewissenlose, schwindelhafte Menschen sich damit beschäftigen, welche garnicht die Natur des Gegenstandes untersucht habm, sondern blos die Frage, wie viele Prozente sie verdienen können mit den Thränen, mit dem Blute, mit dem Ruin Vieler. Ein solches Unternehmen schlimmster Art steht hier in Verhandlung." Der neue Handels- Minister von Achenbach, jetzt Oberprösident der Provinz Brandenburg, erhob sich unmittelbar darauf und bemerkte: „Bei der Bedeutung, welche der Herr Vorredner in diesem Hause einnimmt, bei den hervorragenden Eigenschaften, welche ihm zukommen, ist es begreiflich, daß eine Rede, welche er über solchen Gegenstand an das Haus richtet, nicht ohne einen tief eindringenden Eindruck bleibt." Und doch wurde Lasker von einem der Angeschuldigten, einem Mitgliede des Herrenhauses, dort der Unwahrheit und des Einverständnisses mit der Börse bezichtigt. LaSker, der, wo er nur Gelegenheit dazu fand, der Börse seine Abneigung bewies und selbst in größter Einfachheit und Enge lebte: Lasker im Einverständniß mit der Börse und interessiert bei dem Steigen und Fallen der Kurse! Ein Drama voll der aufregendsten Scenen warm die Verhandlungen über das EisenbahnkonzessionSwesm im Parlament. Den Epilog zu diesem Drama lieferte am 5. Februar 1876 die Verhandlung im Reichstage über die Thätigkeit der Schuldenkommission und der unter ihrer Aufsicht stehenden Verwaltung des Reichsinvalidenfonds. Dort erging sich einer der Abgeordneten mit Anklagen über Betheiligung an schwindelhaften Gründungen gegen Mitglieder der Lasker'schen Partei, ohne ihren Namen zu nennen. Von tiefem Unwillen ergriffen, rief da Lasker in die Versammlung hinein: „Ich weise jede Gemeinschaft zurück mit denjenigen, welche nicht den Muth haben und nicht die Verpflichtung fühlen, die Personen zu nennen, die Thatsachen zu bezeichnen und die volle Verantwortlichkeit für ihre Anschuldigung zu übernehmen." Weiterhin kam er auf sein eigenes Verhalten in der Sache des Eisenbahnkonzessionswesens zurück und bemerkte: „An dem Tage, an welchem Sie im Parlament mich er-

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