Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 155 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 155 und v. Rabe erschienen. Sehr zahlreich vertreten war das diplomatische Corps. Die Herren der englischen Botschaft mit dem Botschafter Sir Lascelles an der Spitze wohnten insgesammt der ihrem Heimgegangenen Generalkonsul geltenden Feier bei. Ferner waren anwesend der französische Botschafter Marquis de Noailles, der österreichische Botschafter v. Szögpeny,. der spanische Botschafter de Vigo, der russische Botschafter Graf v. d. Osten-Sacken, der italienische Botschafter Graf Lanza, der schwedische Gesandte Lagerheim, der Schweizer Gesandte Dr. Roth, der belgische Baron Greindl, der Holländische von Tets vom Gouddraan und der rumänische Dr.. Beldiman. Von den deutschen Gesandten bemerkten wir den Grafen Lerchenfeld mit General Reichlin v. Weldegg und Baron v. Cramm. Reichsbankpräsident Koch und der Präsident der Seehandlung v. Burchard repräsentierten zugleich mit den Chefs der großen Bankinstitute Berlins und Deutschlands die Handelswelt, ferner waren zahlreiche Abgeordnete aus Reichstag und Landtag, Vertreter der Stadt Berlin und der Vorstand der jüdischen Neformgemeinde anwesend. Der Prediger dieser Gemeinde Eh'. Klemperer hielt die Gedächtnißrede. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhofe in der Schönhauser Allee. Am 21. November v. I., Nachts 12 Uhr, fuhr der sluä. zur. Erich Baath in einem Abtheil der Stadtbahn nach der Friedrichstraße zu und geriet!) dabei mit einem ihm gegenübersitzenden Herrn und einer Dame in Mißhelligkeiten, da er die Oeffnung des Fensters verlangte, während von der anderen Seite diese Forderung nicht erfüllt wurde, weil der Herr körperlich leidend war. Als der Zug am Bahnhof Friedrichstraße hielt, ging Baath, der inzwischen unnütze Redensarten gemacht und u. A. gesagt hatte: „E u ch Juden w i r d' s wohl nicht ziehen!" zu Thätlichkeiten über; er versetzte dem Mitreisenden drei Schläge auf den Kopf und soll dessen Begleiterin beim Aussteigen mit der Hand am Kragen gefaßt und, als der Zug noch nicht ganz zum Stehen gekonrmen war, sie so auf den Perron herausgerisien haben, daß sie mit den Füßen unter die Trittbretter zu liegen kam. Hierin erblickte die 128. Abtheilung des Berliner Amtsgerichts I in der am 25. Febr. stattgehabten Verhandlung eine das Leben gefährdende Behandlung, Rechtsanwalt Dr. Schwindt gab zur Erwägung anheim, daß das Hinstürzen der Daine als eine Folge des auf dein Bahnhöfe herrschenden Gedränges betrachtet werden könne. Der Vorsitzende erklärte es aber für ganz ungeheuerlich, daß ein den gebildeten Kreisen angehörender junger Bunin sich in solcher Weise vergessen konnte, ohne sobald als möglich die von ihm belästigten Personen um Entschuldigung zu bitten. Das sei