Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 154 (sequence 13)
- Language
- German
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154 Im deutschen Reichs von Deutschland sprachen, hört man jetzt zuweilen das kleinlaute Geständniß: „So etwas wäre doch in Deutschland und in Berlin unmöglich gewesen." — Das allgemeine Vertrauen auf deutsche Rechtspflege, an welches der Satz „Es giebt noch Richter in Berlin" erinnert,, stellt einen der Grundpfeiler des deutschen Reiches dar. Je tieser dieses Bewußtsein alle Kreise durchdringt, je mehr der allgemeine Gerechtigkeitssinn auch der bürgerlichen Stellung der deutsche:: Bürger jüdischen Glaubens zu statten kommt, desto mehr nähern wir uns jener besseren Zeit, die wohl dem Dichter Freiligrath bei den Worten vorschwebte: „Herrgott im Himmel, welche Wunderblume wird dann vor allem unser Deutschland sein!" A. L. Korrespondenzen. * Berlin, 21. März. Nach dem endgiltig festgestellten Ergebnist der letzten Volkszählung wohnen in Berlin unter 1 426 591 Protestanten, 155 363 Katholiken und 7824 anderen Christen 86 152 Juden, also eine kleinere Zahl als bisher vielfach angenommen worden ist. Die Petitions - Kommission des deutschen Reichstages beschloß über die Petition um Uebersetzung des Schulchan- Aruch auf Staatskosten zur Tagesordnung überzugehen. Nur die Abg. Müller und Sachße hatten für Ueberweisung an den Reichskanzler zur Berücksichtigung gestimmt. Die Beisetzung des Geheimraths Schwabach erfolgte am 27.Februar vom Trauerhause, Wilhelmplatz' 7, aus, wo vorher eine Trauerfeier stattfand, der im Austrage des Kaisers Exzellenz von Lucänus, Generaladjutant Graf Lehndorff und Graf Hülsen- Haeseler beiwohnten. Für die Kaiserin Friedrich legte Frh. v. Seckendorf einen Kranz von Lorbeer und Veilchen am Sarge nieder; die Prinzessin Friedrich Leopold hatte den Kammerherrn v. Trotha mit einem Palmenarrangement, Prinz Georg seinen persönlichen Adjutanten, Major v. d. Groben, entsandt. Von aktiven Staatsministern bemerkte man den Handelsminister Breseld und den Justizminister Schönstedt, ferner waren die ehemaligen Minister Frh. Lucius vor: Ballhausen und Delbrück, außerdem Fürst Anton Radziwill, die Grasen Dönhoff und Eulenburg, die Generale v. Korff, v. Lucadou, v. John