Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 133 (sequence 8)
- Language
- German
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Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses. 133 zur Mitwirkung bei dieser Untersuchung einzuladen." Es waren nach Laskers eigenem Zugeständniß die allerschlimmsten Tage seines Lebens, die er in dieser Zeit zubrachte, denn er mußte darauf bedacht sein, Material zu sammeln und dieses zu sichten für die ausschlaggebende Sitzung vom 7. Februar, in welcher er Namen und Sachen genau zu bezeichnen genöthigt war. Allein er unte^og sich alledem und schöpfte Kraft und Muth zu dem Vorgehen gegen Kreise, die durchaus nicht ungefährlich waren, aus dem Gefühl der Pflicht und Gerechtigkeit, aus dem Hinblick auf die Ehre des Hauses und der Nation. Alle Welt war voll Bewunderung über Laskers That, sein Name war in aller Mund, und die „Kölnische Zeitung" unter anderen erkürte, daß Laster sich um das Vaterland verdient gemacht habe. Das Haus aber in seiner Mehrheit würdigte die That Laskers, indem noch am 8. Februar der Abgeordnete Berger sich zu folgender Erklärung erhob: „Indem ich das Wort ergreife, drängt es mich zunächst im Namen aller meiner politischen Freunde dem Herrn Abgeordneten Lasker meinen aufrichtigsten Dank für den Muth, die Hingebung und die bewundernswürdige Geschicklichkeit auszusprechen, von der sein gestriger Vortrag ein so glänzendes Zeugniß gegeben hat. Ich glaube, daß das ganze Haus gestern mit mir gefühlt hat, wie der Herr Abgeordnete Lasker den großen Verdiensten, welche er bereits um die Gesetzgebung und die Verwaltung des Landes sich erwarb, ein neues glänzendes Blatt hinzugesügt hat, und bin ebenso überzeugt, daß heute das Land, wenn es seine gestrige Rede zu Augen bekommt, in dieses Urtheil einstimmen wird." Den Brief des Ministerpräsidenten anlangend, bemerkte er: „Wenn irgend einer in diesem Hause sitzt, der nicht Gegenstand einer derartigen Insinuation werden sollte, dann ist es gerade der Abg. Lasker; denn in den sieben oder acht Jahren, daß ich die Ehre habe hier mit ihm in diesem Hause zu sitzen, ist von Freund und Feind seine absolute Integrität, seine bewundernswerthe Uneigennützigkeit auf allen Gebieten stets freudig anerkannt worden." Das ist die schönste Charakteristik Laskers. Tobias Cohn. io