Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 126 (sequence 1)
- Language
- German
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126 Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses. Eduard Lasker. VI. Ein Feind der Jnhaberpapiere mit Prämien (Prämienanleihen)» entwickelte Eduard Lasker am 24. April 1871 bei Berathung des bezüglichen Gesetzentwurfs im Reichstage eine staunenSwerthe Kenntniß dieses Papiers und scheute sich nicht, dem Abgeordneten Bamberger, einer Autorität in Finanzsachen, entgegenzutreten. Mit großer Sachkunde untersuchte er das Kreditwesen, wies seine Mängel nach, erklärte das Fundament der Prämienanleihe für Täuschung und die Geldagenten, welche den Prämienanleihen den Absatz schaffen, für Agenten der Täuschung. — Zur Gesetzgebung betreffend das Aktienwesen lieferte er durch die Enthüllungen vom 7. Februar 1873 im Abgeordnetenhause und durch die Interpellation vom 4. April im Reichstage, wie durch seine Rede vom 3. Mai 1873 im Reichstage, betreffend den Reichsinvalidenfonds, die wichtigsten Beiträge. — Das Bankgesetz, das am 25. Januar 1875 zur Verhandlung stand, dessen Zweck die Begrenzung des Umlaufs ungedruckter Roten war und der Einführung des Goldes dienen sollte, fand an ihm einen sehr gewandten Vertreter. — Obwohl Lasker bekannte, daß ihm und dem Parlament überhaupt die Kenntniß fehle, welche nothwendig sei, um gewissenhafter Weise darüber ein entscheidendes Wort zu sprechen, hat er doch am 29. November 1871, 16. Februar und 6. Juni 1873 selbst die in Betracht kommenden technischen Fragen zu erörtern vermocht. Als am 14. April 1874 das Amendement Bennigsen, das Septennat betreffend, zur Berathung stand, war es Lasker, der demselben zum Siege verhalf.