Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-02-01
- Page
- 110 (sequence 10)
- Language
- German
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110 Im deutschen Reich. Verein ein für unsere Sache begeistertes Mitglied, die rührige Berliner Gruppe N. und NO. einen ihrer verdienten Obmänner. Auch viele andere gemeinnützige Bestrebungen hatten an ihm einen eifrigen Förderer. Für das Vertrauen, in welchem der Verstorbene bei seinen Fachgenossen stand, gaben die ihm übertragenen Ehrenämter Zeugniß. Er war Mitglied von Sonderabordnungen der Berliner medizinischen Gesellschaft und der ärztlichen Standesvereine der Aerztekammer für Berlin-Brandenburg, des Vorstandes der freigewählten Kassenärzte, vieljähriger Abgeordneter zum deutschen Aerztetage. Auf dem Gebiete der Armenpflege ist Dr. Kalischer vielfach in segensreicher Weise thätig gewesen. A. L. Briefkasten der Redaktion. A. V. Berlin. Den eigentümlichen Grundton, welcher die Veranstaltungen des Bundes der LandwirLhe den eingefleischten deutsch-sozialen Reformern so sympathisch macht, hat auch die diesjährige Jahres - Hauptversammlung gezeigt, welche unter großem Andrang am 14. d. M. im Zirkus Busch abgehalten worden ist. Dazu gehörte auch die schöne Rede des antisemitischen Reichstagsabgeordneten Liebermann von Sonnenberg, welcher in derselben zwar anfangs seine Freude darüber ausdrückte, daß er „in dieser schönen Versammlung einmal nicht von den Juden zu sprechen brauche", nichts destoweniger aber die Aeußerung riskierte: „Die Zeiten sind vorüber, als man bei der Gründung des Bundes von Toleranz gegen die Juden fabelte. Toleranz gegen die Juden ist ebenso falsch, als wenn man die Reblaus, die Schildlaus oder die Trichine unter den Schutz der Thierschutzvereine stellen wollte. In dieser Beziehung herrscht jetzt Einigkeit bei allen Bundesmitgliedern." Um so schlimmer für den Bund der Landwirthe, dem übrigens Dr. O e r t e l eine Weltanschauung nachgerühmt hat, welche die „Germania" zu der Erklärung veranlaßte: „Für einen katholischen Landwirth, der auf seine religiöse Ueberzeugung und auf seine Ehre hält, kann und darf in einer solchen katholikenfeindlichen Gesellschaft kein Platz mehr sein!" Die konservative „Schles. Ztg" schrieb: „Jedenfalls wird der Bund im Interesse der von ihm verfolgten Ziele handeln, wenn er der von Frhrn. v. Wangenheim ausgesprochenen Mahnung folgt, nicht zu dulden, daß in seine Reihen eine radaulustige Horde