Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 44 (sequence 7)
- Language
- German
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44 3.m deutschen Reich. gelang, ihm das große, scharfe Taschenmesser zu entwinden. Von einem herbeigerufenem Arzt erhielt der Schwerverletzte einen Nothverband und wurde dann mit einem Krankenwagen von der Polizei einer Anstalt zugeführt. Joswig . ist nach Ansicht seiner Bekannten durch Uebermaß antisemitischer Lektüre wahnsinnig geworden. Die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" berichtete: „Hiesige und auswärtige Blätter brachten jüngst die Nachricht von der Ernennung eines Juden zum Landgerichts-Direktor. Diese Meldung beruht auf einem Jrrthum. Der in Rede stehende Herr ist vor mehreren Jahren zum Christenthum übergetreten. Auch der Schluß der betreffenden Meldung ist unseres Wissens nicht ganz zutreffend. Es giebt nicht drei oder vier, sondern nur zwei Oberlandesgerichtsrütbe jüdischen Glaubens in Preußen, die allerdings, wie in der betreffenden Notiz bemerkt wird, aus der Schelling'schen Zeit stammen." In dem am 23. v. Mts. im Alter von 84 Jahren bei Berlin entschlafenen Generalkonsul William S ch ö n l a n k ist ein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dahingegangen, der stets bereit war, mit seinem hochgeachteten Namen und seinen Mitteln für edle Zwecke einzutreten. Als Chef des von seinem Vater begründeten Indigo- und Farbwaarenhauses entwickelte er eine so energische Initiative, daß das Geschäft nicht nur ihm einen großen Gewinn abwarf, sondern auch für den deutschen Markt von erheblicher Bedeutung wurde, da dieser sich von der englischen Vorherrschaft in den genannten Branchen nun nach und nach emanzipieren konnte. Als Siebzigjähriger zog sich Schönlank von den Geschäften zurück und widmete sich nun mit Vorliebe gemeinnützigen Bestrebungen. Das Leichenbegängniß fand unter zahlreicher Theilnahme auf dem Friedhofe in der Schönhauser Allee statt. Rabbiner Dr. Mapbaum hielt die Gedächtnisrede. Prof. Di*. I a m e s Israel feierte cim 1. d. Mts. das Jubüäum seiner 25 jährigen Thätigkeit am Krankenhause der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Dabei wurde dem Jubilar eine Urkunde über eine Ehrengabe von 10 000 Mark zu einer „Prof. Dy. James Israel-Stiftung" für arme Heilbedürstige überreicht, welche Stiftung der Gefeierte selbst durch eine Spende von 3000 Mark vergrößerte. Legationsrath Dy. Wilhelm C a h n, Hilfsarbeiter im Ministerium des Aeußern, wurde zum Geheimen Legationsrath mit dem Range eines Rathes dritter Klasse ernannt. * <5r> Eberswalde, 19. Januar. Vor der hiesigen Strafkammer standen gestern die Arbeiter D i t t m a n n, W i t t k e und Bolz, welche in der Nacht zum 4. November v. Js.x auf dem hiesigen jüdischen Friedhöfe Grabdenkmäler umgeworfen und zertrümmert.