Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Chronik der jüdischen Gemeinde zu Marienburg
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 20 (sequence 1)
- Language
- German
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20 Chronik der jüdischen Gemeinde zu Marienburg?) MW ach dem städtischen Archiv erfolgte die erste Niederlassung jüdischer Familien in Marienburg im Jahre 1813. Im Jahre 1814 gab es daselbst folgende Familien: 1. W- L. Aschenheim, 2. Leyser Cohn, 3. Benjamin Jsaaksohn, 4. Boas Hirsch Cohn, 5. Jacob Hirschberg, 6. Isaak Flatow, welche einstimmig Herrn W. L. Aschenheim zu ihrem Vorsteher wählten, dessen Bestätigung am 8. Februar 1815 durch den Magistrat erfolgte. Gemäß Verfügung des Ober-Polizeiraths vom 7. Mai 1814 sollte mit der Anlegung eines Begräbnißplatzes für die verstorbenen Juden sogleich vorgegangen und nicht gestattet werden, daß sie ihre Tobten nach den benachbarten Begräbnißplätzen bringen. Zu diesem Zwecke verkaufte am 18. Januar 1819 die Stadtgemeinde Marienburg an die Judengemeinde, vertreten durch deren Vorsteher Wolff Leyser Aschenheim, einen wüsten in Hoppenbruch nahe bei Willenberg gelegenen 40 □ Ruthen großen Platz zur Einrichtung eines Kirchhofes für 30 Thaler und einen jährlichen Kanon von 5 Thalern. (Dieser Kanon wurde am 8. Dezember 1890 durch eine einmalige Zahlung von 306,60 Mk. an die Kämmereikasse abgelöst.) — Laut Verfügung des König!. Stadtgerichts vom 9. Mai 1819 sollte die Berichtigung des Besitztitels des gekauften Platzes nicht eher erfolgen, bis der Nachweis *) Wir sind in der Lage, die für die Grundsteinlegung der neuen Synagoge von Herrn Dr. Pincus, dem derzeitigen Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Manenburg, nach den vorhandenen Archiven versüßte Chronik seit dem Bestehen der Gemeinde bis zur Gegenwart zu veröffentlichen. Hoffentlich finden auch in anderen Gemeinden ähnliche archivalische Forschungen statt; es wird sich dann manches finden, was für die Rechtsentwicklung der deutschen Juden von Interesse ist.