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Im deutschen Reich · 1897-12-01 · Heft 12 (Dezember 1897) · p. 645

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 12 (Dezember 1897)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1897-12-01
Page
645 (sequence 5)
Language
German
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Vereins Nachrichten. US verschiedensten religiösen Richtungen als einen Vorzug des Central- Vereins dargestelll hatte, wurde die Versammlung geschloffen. Die erstem Hambur g veranstalteteCentral-VereinS- Versammlung, welche am 6. d. M., in dem dichtgefüllten großen Saale der „Erholung" unter Theilnahme von über 1000 Personen stattfand, nahm einen alle Erwartungen übertreffendm günstigen Verlauf, wie die „Hamburger Nachrichten", der „Hamburger Correspondent" u. das „Hamburger Fremdenblatt" in spaltenlangen Referaten übereinstimmend berichteten. Nachdem der Vorsitzende Herr D. Rüben die Erschienenen begrüßt hatte, erhielt der stellvertr. Vorsitzende des Central-Vereins, Herr Rechtsanwalt vr. Eugen Fuchs aus Berlin, das Wort zu einem einundeinviertelstündigen Vorträge über die Ziele und Bestrebungen unseres Vereins. Der Vortragende betonte, daß es den Vorstand stets eigenthümlich berührt habe, daß die Bestrebungen des Vereins in Hamburg, der zweitgrößten Stadt des Vereins, bisher so wenig Aaklang gefunden hätten. Der Centralverein sei ein Kind des Kampfes, der Abwehr. Wer angegriffen werde, solle sich wehren. Nicht Sonderintereffen gehe der Verein nach, nicht eine Sonderstellung verlange er, sondern er wolle nur festhalten, was Gesetz und Verfassung dem jüdischen Volke verbrieft haben. Nicht nach der Nasse und dem Beruf, sondern nach dem Werthe der eigenen Persönlichkeit, nicht nach Sympathien und Antipathien, sondern nach dem, was jeder Einzelne leiste, sollten die Menschen bewerthet werden. Das sei der Begriff des Staatsbürgerthums. Redner ging dann auf die historische Entwickelung des Antisemitismus und auf die zionistische Bewegung ein, erläuterte die bekannten Leitsätze des Central-Vereins, warnte hierauf vor dem Renegatenthum, und schloß mit den Worten: „Erfüllen Sie sich mit Stolz und Selbstachtung, damit die Glaubensgenoffenschast, die die.Gefahren des Antisemitismus überwunden hat, nicht am Renegatenthum zu Grunde geht." Die Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall. Ueber die weiteren Vorgänge berichtet der „Hamburger Correspondent": „Nachdem der Vorsitzende sich dem Dank der Versammlung angeschloffen hatte, wurde die freie Aussprache eröffnet. Zunächst führte Herr S.S. Friedmann unter lebhaftem Widerspruch und großer Unruhe der Versammlung u. A. aus, die Juden müßten ihre Raffe aufgeben; ihre Rasse sei durch das Jneinander-Heirathen der jüdischen Familien zu schwach geworden und müffe durch Zufuhr neuen, frischen Blutes verbeffert werden. Der Vorsitzende entzieht dem Redner das Wort, worauf Rufe „Ausreden lassen" ertönen, vr. Fuchs bittet um der Sache willen um Ruhe und Mäßigung. Der Vorredner, dem nun das Wort wieder ertheilt

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