Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-12-01
- Page
- 642 (sequence 2)
- Language
- German
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642 Im deutschen Reich. Da am 24. Oktober der Metzer HandelSlammerbericht für 1697 noch gar nicht veröffentlicht war, die betreffende Asußerung aber außerdem völlig unglaubwürdig erschien, unterbreiteten wir behufs Feststellung des Sachverhalts die betreffende Nummer der wiederum offenbar fälschlich antisemitischer Anwandlungen bezichtigten Handelskammer. Darauf ist uns aus Metz vom 26. November 1897 nachstehendes Schreiben zugegangen: An den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Berlin. Unter Bestätigung unseres Schreibens vom 29. v. M. beehren tour uns Ihnen mitzntheilen, daß unsere Kammer in ihrer letzten Plenarsitzung vom 19. dieses von Ihrer gefl. Zuschrift vom 24. Oktober a. c. Kenntniß genommen und in derselben beschlossen hat. Ihnen von. Neuem mitzutheilen, daß sie niemals in irgend einem ihrer Jahresberichte weder den Ausdrücken noch' dem Sinne nach sich so geäußert hat, wie es die von Ihnen angeführte antisemitische Zeitung be» richtet. Unsere Kammer brandmarkt die Handlungsweise dieser Zeitung und lehnt es ab, sich mit derselben in eine Korrespondenz oder in irgendwelche Federfehde einzulassen. Hochachtend Der Präsident der Metzer Handelskammer.. H u m b e r t. Einen höchst erfreulichen Erfolg erzielte die am 16.Novbr. d. I. für den westlichen T h e i l Berlins veranstaltete Central-- Vereins-Versammlung, zu welcher fast 1000 Personen, sich in dem großen Saale der „Viktoria-Brauerei" einfanden. In ein und einhalbstündiger Rede sprach der Vorsitzende des Vor-» stands, Herr Rechtsanwalt vr. M. Horwitz, wiederholt von lebhaften Beifallsbezeugungen unterbrochen, über „E h r e n p f l i cht e schilderte dabei die bisherige Thätigkeit und die Ziele des Central- Vereins und wies nach, daß es für jeden deutschen. Juden eine- Ehrenpflicht sei, in und mit dieser großen Vereinigung einzustehen fürdie Ehre und die verbrieften staatsbürgerlichen Rechte aller Deutschen, jüdischen Glaubens. Nachdem der minutenlange Beifall vorüber war^ dankte der Vorsitzende der Persammlung, Herr Rechtsanwalt Dr. Fuchse dem Vorredner und bezeichnete als den eigentlichen Zweck der Zusammenkunft, diejenigen im Westen Berlins wohnenden Glaubensgenossen, die dem Vereine bisher noch indifferent gegenüber gestanden^ für dessen Ziele zu erwärmen. Dieser Zweck wurde auch erreicht^ denn die Stimmung unter den Anwesenden war eine gehobene und begeisterte, und noch vor dem Schluffe der Versammlung hatte der? Central-Derein mehr als hundert neue Mitglieder gewonnen.