Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1897)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1897-12-01
- Page
- 608 (sequence 1)
- Language
- German
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608 Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses. Eduard Laster. IV. ^M as Jahr 1869 gab besonders durch vier Vorlagen dem Reichstage Anlaß, an der inneren Befestigung des Bundes zu arbeiten und ihn mit dem Gefühl der Stärke und Sicherheit gegen Angriffe von innen und außen zu erfüllen. Die erste dieser Vor-' lagen, betreffend den Gesetzentwurf über die Errichtung des obersten Gerichtshofes mit dem Sitze in Leipzig, begrüßte Lasker in einer begeisterten Rede am 10. April, in welcher er die Stunde pries, da über einen obersten gemeinsamen Gerichtshof verhandelt wurde. Er erklärte, daß es nicht der richtige Weg fei, dem Partikularrecht so viel Raum wie möglich zu wahren, sondern daß mit dem Versaffungswerk der Gedanke sich verbinde, daß die kleinen Staaten alle mit gutem Willen ihre eigene in die große Souveränität einwerfen und aus diesem gemeinsamen Gut ihren vollen Antheil nehmen. Mittelbar hing auch die zweite Vorlage mit dem Streben nach Vertiefung des Einheitsgedankens zusammen, durch den Antrag, betreffend die Einführung verantwortlicher Minister, welcher zwei Jahre vorher bereits gestellt, aber mit einer Stimme Majorität abgelehnt worden war. Wie damals, so trat Lasker auch diesmal am 16. April mit großer Energie für den Antrag ein und erwiderte auf die Bemerkung des Bundeskanzlers, daß er Erfahrungen gcmacbt habe, nach welchen die Regierung im Verein mit sieben anderen Männern nicht gut geführt werden könne, mit großem Freimuth, daß die Klage mit dem spezifisch preußischen Mißstande im Zusammenhang stehe und dort daher komme, daß ein soli-