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Im deutschen Reich · 1897-11-01 · Heft 11 (November 1897) · p. 589

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (November 1897)
Article
Sehr geehrter Herr Redakteur!
Date
1897-11-01
Page
589 (sequence 2)
Language
German
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Eingesandt. 689 Universitäts-Professor v. Skala meinte, der beantragte Passus sei nicht nothwendig, denn eS würden ja die Deutsch- Nationalen nicht in den Ausschuß eintreten, wenn ein Nichtstammesdeutscher in demselben sitzen würde. — Fabrikant Hußl aus Schwaz, ein Liberaler, rief den Deutsch-Nationalen zu: Wenn Sie den Antrag Hruban annehmen, so wäre das ein Mißtrauensvotum gegen die Liberalen, mit denen Sie sich jetzt verbunden haben! Bei der Abstimmung wurde der Antrag Hruban mit 1Z0 gegen 84 Stimmen angenommen. Wie Sie sehen, ist selbst von der Minorität mindestens ein Theil sachlich mit dem Antrag Hruban einverstanden gewesen und <siehe Hußl) nur deswegen dagegen, weil er ihn als ein Mißtrauensvotum betrachtet; er hält es augenscheinlich für selbstverständlich, daß Semiten nicht in den Ausschuß kommen. Stärker kam die antisemitische Strömung in der Schlußrede des Abg. Steinwender zum Ausdruck. Abg. Stemmender führte aus, die Bewegung des deutschen Volkes in Oesterreich sei gegenwärtig so mächtig, wie es seit 1848 nicht der Fall war. Selbst die klerikalen Wähler beginnen national zu fühlen. Der Zwist, der unter den Deutschen bestand, müsse auch in Zukunft ruhen. Heute könne man schon Voraussagen, daß die Deutschen den Kampf gegen die Sprachenverordnungen gewinnen werden. Die Sprachenverordnungen werden fallen. Es müsse aber <luch etwas Höheres gewonnen werden, eine bleibende Grundlage für die künftige Entwicklung Oesterreichs. Es werde künftig nicht möglich sein, die Deutschen anders denn als nationale Partei zu finden. Neben dem nationalen Gedanken müssen die Deutschen auch den modernen Ideen von Freiheit und sozialen Reformen huldigen. Wir müssen nicht blos kämpfen mit denanti-sozialen Faktoren, gegen die Korruption, gegen die Ueber macht des Judenthums, sondern auch positive soziale Reformen schaffen, den schwer bedrohten Mittelstand schützen und ein offenes Herz haben für die weiten Schichten der Bevölkerung, die heute von uns getrennt find. Ebenso war es ein Erfolg der Antisemiten, daß im „Deutschen Schulverein" vor einigen Wochen durch Statutenänderung die Bildung mehrerer Sektionen an einem Orte gestaltet wurde. Die Herren wollten das „gefährdete Deutschthum" nicht mit Juden zusammen retten, andrerseits wollte man auf die sehr erheblichen jüdischen Beiträge nicht verzichten. Man fand das Kompromiß, daß

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