Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 578 (sequence 9)
- Language
- German
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v?ö 3m deutschen Reich. der jüdischen Gemeinde zur Ausloosung gelangten, sind jetzt davon acht zur Ausloosung gelangt, und einer dieser Herren wird schon in den nächsten Tagen a l s G es chw orener fungieren. A. L. Briefkasten der Redaktion. V. K., Berlin. Allerdings sind die Jnseratentheile mancher Blätter recht interessant. Am 10. Oktober brachte die „Voss. - Ztg." folgendes Inserat: „2 Freunde, mosaisch, Kavaliere, der eine Dr. med., der andere Mithaber einer großen Berliner Firma, wünschen die Bekanntschaft 2 junger Damen behufs Heirath zu machen. Vermögen 200, resp. 300 Mille erwünscht, junge Wittwen nicht ausgeschlossen, Religion gleichgültig. Vermittler verbeten. Diskretion Ehrenwort. Ges. Off. unter 8. E. 298 in der Voss. Ztgs.-Exped." Dieses schmähliche Inserat scheint ein Machwerk irgend eines Spaßvogels zu sein, da man von Mitinhabern großer Berliner Firmen weder diese knauserige Form des Jnserierens, noch diese an den Rennstall erinnernde Sprache gewöhnt ist. Sollte diese Voraussetzung irrig und das Inserat ernst gemeint sein, dann allerdings würden wir es als einen Segen der antisemitischen Bewegung betrachten, daß der in anderen Beziehungen bedauerliche gesellschaftliche Boykott den Juden den allzu häufigen Verkehr mit jenen Leuten erschwert, deren Kavaliersbegriffe es häufig genug zulassen, Abstammung und Religion als gleichgültige Dinge zu behandeln, um sich durch eine Geldheirath von leichtsinnig gehäuften Schuldenlasten zu befreien. D. Z., Berlin. Die Sache ist völlig harmlos. Wie alljährlich, passierten auch in diesem Herbste mehrere Herren des kaiserlichen Gefolges während der Romintener Tage die Zollstraße, um in Wystitten bei der unter dem Namen „Die schöne Esther" bekannten Inhaberin eines dortigen Geschäfts russische Konfitüren und russischen Tabak zu kaufen. Da dies gerade am Sonnabend war, verzichtete zunächst die schöne Esther auf den lockenden Verdienst, brachte aber die gewünschten Sachen einige Tage später selbst nach Rominten, von wo sie reich belohnt nach Wystitten zurückkehrte. B. L., Berlin. Daß sich christliche Dienstboten in