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Im deutschen Reich · 1897-11-01 · Heft 11 (November 1897) · p. 569

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (November 1897)
Article
München
Date
1897-11-01
Page
569 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 569* Press e". Es steht zu hoffen, daß dieses , von dem Redakteur Th. Hundhausen sichtlich sehr geschickt geleitete Blatt sich bald einen großen Leserkreis erwerben wird. 0 Augsburg, 1. November. Die „Augsburger Abendzeitung" brachte am 25. Oktober folgende Berichtigung: „In Nr. 290 der „Augsb. Abendzeitung" ist ein der Lentze'schen Reichsgerichts- Korrespondenz entnommener Bericht enthalten über eine Verhandlung^ welche vor dem Reichsgericht gegen den Dr. med. Hamburger wegen Vergehens gegen die Religion gepflogen wurde. In dem Berichte war der Angeklagte als „der jüdische Arzt" bezeichnet; abgesehen davon, daß die Konfession mit dem Vergehen garnichts zu thun hat und die durchaus ungehörige Bezeichnung nur im Drang der Geschäfte durch ein Versehen unserem Rothstift entging, ist es auch Thatsache, daß, wie uns versichert wird, Dr. Valentin Hamburger aus Schifferstadt in der Pfalz kein Jude, sondern, aus katholischer Familie stammend, katholisch getauft ist". Dresden, 1. November. Die „Deutsche Wacht" berichtet: „Dem Gemeinnützigen Vereine haben Nachkommen des verstorbenen Kommerzienraths Josef Bondi, eines langjährigen Wohlthäters der Ferienkolonien, zum Gedächtuiß an ihren Vater 100 000 Mk. übergeben mit der Bestimmung, dafür ein „Josef Bondi-Haus" zur Aufnahme erholungs- und genesungsbedürftiger Kinder zu errichten." — Daß Kommerzienrath Josef Bondi Vorsteher der hiesigen Israel. Religions-Gemeinde war und seine Nachkommen Juden sind, verschweigt das Antisemitenblatt natürlich! Heitbronn, 1. November. Auf Sonntag, den 24. Oktober, hatte die Ortsgruppe Stuttgart des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in Heilbronn eine öffentliche Versammlung für Handlungsgehilfen einberufen. Als der Vorsitzende dem Referenten Glahn das Wort zu seinem Vortrage geben wollte, erbat Herr A. G u m b e l das Wort zur Geschäftsordnung, um Herrn Amberg bei Bureauwahl zum Vorsitzenden vorzuschlagen. Trotz der Erklärung des Referenten, daß sein aus Stuttgart mit herbeigekommener „deutsch-nationaler" Kollege auch den weiteren Verlauf der Versammlung leiten solle, wurde Herr Amberg zum Vorsitzenden gewählt. Darauf verzichtete der Vorsitzende der Ortsgruppe Stuttgart auf Erstattung des Referats; er wagte aber im Laufe der späteren Debatte zu äußern, daß die Juden kein Nationalgefühl hätten. Dies rief einen solchen Entrüstungsfturm hervor, daß der Redner nur mit Mühe durch Herrn Gumbel vor thätlichen Angriffen geschützt wurde.

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