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Im deutschen Reich · 1897-11-01 · Heft 11 (November 1897) · p. 532

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (November 1897)
Article
Der Nationaljude als Staatsbürger
Date
1897-11-01
Page
532 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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532 Im deutschen Reich. Sinne deutsch, wie das Christenthum deutsch i st; jede Nationalität umfaßt heute mehrere Religionen, wie jede Religion mehrere Nationalitäten." (Vgl. „Treu und Frei" S. 77.) Und S. 95 spricht der Verfasser, dem die Herren von der National-Jüdischen Vereinigung gewiß nicht bestreiten wollen, daß er von dem Wesen des jüdischen Volksgeistes doch etwas mehr versteht, als ihre literarischen und wiffenschaftlichen Eideshelfer, die treffenden Worte aus: „Die Juden haben keine eigene Nationalität mehr, es giebt schlechterdings keinen Juden mehr, der nur noch einen jüdischen Geist hat. Darum schöpfen sie nothwendig aus allen Volksgeistern, deren Theile sie geworden sind und wirken auf dieselben zurück; auch in ihrem Ursprünglichsten und Eigensten, in ihrer Religion selbst, sind sie wesentlich zugleich nach den Nationen, in denen sie leben, individualisirt und können darum desto energischer ihre rezeptive Theilnahme an der Kultur auch in eine produktive verwandeln. Philo hat griechisch, Maimonides arabisch, Spinoza lateinisch, Munk und Dernburg französisch, Mendelssohn deutsch geschrieben." Was Lazarus hier ausspricht, ist von Philosophen, welche einem andern Glauben angehörten, ebenfalls betont worden; Männer wie Rümelin und Lotze, Bracke und Rönan, Statistiker wie Bökle und Engel, haben auf Grund ihrer Arbeiten den Nationalitätsbegriff in gleichem Sinne aufgefaßt, so daß auch für sie die Behauptung einer jüdischen Nationalität nur ein Schlagwort war, das auch nur als solches gewürdigt werden dürfe. Damit ist über den haltlosen Ausgangspunkt des Zionismus wohl das Nothwendige gesagt und ein weiteres Eingehen auf diese seine These nicht mehr erforderlich. Wenn aber der Nationalitätsbegriff der Zionisten ein unwiffenschaftlicher und verfehlter ist, dann fallen die Folgerungen in sich zusammen, welche in dem Flugblatt aus dem supponierten Begriff gezogen worden sind. Mit großem Unrecht berufen sich die Zionisten auf Männer wie Rießer und Cremieux, von Simson und D'Jsraeli garnicht zu reden, und es ist dies nur dadurch zu erklären, daß sie den gedachten Begriff nicht richtig erfaßt und zum Theil mit Stammes-, zum andern Theil mit Glaubensgemeinschaft verwechselt haben. Die genannten Männer würden heute zu den entschiedensten Gegnern einer Bewegung zählen, welche trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens schon

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