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Im deutschen Reich · 1897-10-01 · Heft 10 (Oktober 1897) · p. 466

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 10 (Oktober 1897)
Article
Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
Date
1897-10-01
Page
466 (sequence 2)
Language
German
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466 deutschen Reich. Waffen in dem Kriege mit Oesterreich von Ende Mai bis Anfangs Juli 1866, die bewundernSwerthesten, die bis dahin in der preußischen Geschichte verzeichnet standen und eine bedeutende Machtvergrößerung an Ländergebiet mit sich brachten. Am Tage nach der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz, am 4. Juli, fanden die Wahlen zum neuen Abgeordnetenhause statt, dessen Zusammentritt der König in einer doppelten Einberufungsordre aus Brünn und Nikolsburg auf den 5. August festsetzte. Lasker ward wiederum als Abgeordneter des vierten Berliner Wahlbezirks gewählt. Aber welche Veränderung zeigte sich in ihm schon bei einer seiner ersten Reden im neuen Hause, die er am 28. August als Berichterstatter in der Debatte über die Verordnung vom 13. Mai 1866, betreffend das Verbot der Veräußerung von Geschützen und dergleichen, hielt! Welches deutlich erkennbare Entgegenkommen gegen die Wünsche der Regierung! In der That sind wir hier bei einem Wendepunkte in Lasker's politischem Verhalten angelangt, das jedoch keineswegs einem Verleugnen seines bisherigen Standpunktes gleichkommt, sondern vielmehr seine hohe staatsmännische Auffassung, seine praktische Denkweise offenbart, die nicht den fruchtlosen Kampf, wohl aber das nützliche Erreichen sich zum Ziel gesetzt hatte, das einzig und allein durch ein gewissesZusammenwirken zwischen Volksvertretung und Regierung, durch ein beiderseitiges Entgegenkommen möglich war. Kampfbereit in der Bresche zu stehen und das Walten der Regierung sorgfältig zu beobachten, dazu war er unverändert nach wie vor entschlossen mit dem ganzen Feuereifer, der ihn für das Recht und die Interessen des Volkes beseelte. Aber wie jene Männer im alten Israel mit der einen Hand abwehrten, mit der anderen aufbauten, so wollte er mit der wachsamen Abwehr zugleich die schaffende und gestaltende Arbeit zum Aufbau des neuen Staatswesens verbinden, das aus dem eben beendeten Kriege entstanden war. Er war daher entschlossen, die Bestrebungen der Staatsregierung von dem Augenblicke an zu unterstützen, wo diese sich geneigt zeigen würde, die verfassungsmäßige Bahn einzuschlagen. Und dieser Augenblick war nach Lasker's Auffassung unzweifelhaft gekommen. War es doch ein Vorgang von großartigem, mächtig wirkendem Eindruck, als Se. Majestät der König anläßlich der Eröffnung des neugewählten Landtages in der Thronrede die Hand zur Versöhnung reichte mit den

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