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Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 450

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
Wien
Date
1897-09-01
Page
450 (sequence 3)
Language
German
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450 3m deutschen Reich. züglich des Kostenersatzes wurde der Privatbetheiligte auf den Civilrechtsweg verwiesen. U Saaz, 19. August. Auf dem jüdischen Friedhofe in dem Nachbarort Liebschitz sind von Frevlerhand gegen dreißig Grabsteine umgeworfen und theilweise zertrümmert worden. Lemberg, 1. August. Zwischen einem Soldaten des 57. Infanterie-Regiments und dem Sohn einer jüdischen Gastwirthin kam es in T a r n o w wegen Nichtbezahlung von Branntwein zu einer Prügelei, wobei der Soldat von seinem Gegner mit seinem eigenen Bajonnett, das ihm der Civilist entriß, verwundet wurde. Die dadurch erbitterten Kameraden des Soldaten mißhandelten aus Rache in den Straßen Tarnows vorübergehende Juden, zertrümmerten die Fensterscheiben jüdischer Wohnhäuser und bewarfen die Synagoge mit Ziegeln. In dem dadurch veranlaßten Straßenkampfe wurde ein Jude erschlagen und einem zweiten die Schädeldecke verletzt. Korrmeuburg, 19. August. Dem hiesigen Kreisgericht wurde der wegen Veruntreuung verhaftete Redakteur des antisemitischen „Florisdorfer Wochenblattes", Volkmar zugeführt. <&> Budapest, 18. August. Aus Thaß (Com. Szaboles) wird berichtet: Als vor einiger Zeit der 2x/2 Jahre alte Knabe Johann Rajlik plötzlich verschwand, beschuldigten hiesige Einwohner die Juden, das Kind zu rituellen Zwecken abgeschlachtet zu haben. Es stellte sich aber heraus, daß das Kind von dem christlichen Knaben Andreas Sziliagyi aus purer Mordlust getödtet wurde. Der 13 Jahre alte Bösewicht, der schon einmal einem Kameraden ein Auge ausgestochen hat, befindet sich jetzt in Haft. (D Petersburg, 1. August. Wie der „Woschod" mittheilt, ist der wirkliche Staatsrath Jakob Salamonowitsch Poljako w in den erblichen Adelstand erhoben worden. H London, 5. August. Die Erhebungen der parlamentarischen „W u ch e r - C o m m i s s i o n" haben entsetzliche Dinge an's Licht gefördert. Als der berüchtigste Wucherer wurde ein gewisser „K i r k w o o d" bezeichnet, was die Judengegner zu der wahrscheinlich ganz unbegründeten Behauptung veranlaßte: „Bei seiner Geburt hatten ihm seine Eltern diesen Namen nicht gegeben." Die englischen Juden dulden keine notorischen Wucherer unter sich. Schon im Jahre 1896 trat der „Jewish Chronicle" gegen den Wucherer Jsaac Gordon mit seinen sechs „aliassen“ auf. Die Glasgower Judengemeinde ließ ihm nicht einmal einen Sitz in der Synagoge. Am 5. Januar beschloß der Gemeinderath einstimmig, daß keinerlei Geldbeiträge für die Synagoge, noch für sonstige jüdische Wohlthätigkeits-Gesellschaften

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