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Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 437

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
Berlin
Date
1897-09-01
Page
437 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 437 Nachmittagsstunden decken würden rc." — Die Worte: „Extrablatt", „ganz Berlin in Revolution", „Haufen von Leichen", „großen Unglück" waren durch großen fetten Druck besonders hervorgehoben. Ueber dieses Reklame-Machwerk schrieb die „Staatsbürger-Ztg.": „Die ungehinderte Verbreitung eines derartigen „Extrablattes" muß allseitig Verwunderung erregen; denn wenn dessen Inhalt sich nicht als grober Unfug und Belästigung des Publikums qualifizirt, dann wisien wir überhaupt nicht, was man sich bei diesen Begriffen vorstellt!" Das Antisemitenblatt ließ aber die auf dem Extrablatt verzeichnete genaue Adresse des Geschäfts aus naheliegenden Gründen hinweg und bezeichnete dieseReklame als einen Auswuchs jüdischer Denkungsweise und das betreffende Geschäft schlankweg als „ein jüdisches Ramschgeschäft", trotzdem im Text ausdrücklich von einem neuen Inhaber der Firma „Mode-Bazar Guttmann" die Rede, von der Redaktion auch leicht zu erfahren war, daß das Ramschgeschäft jetzt „ein ch r i st l i ch e s ", der . Inhaber Willi Stein ein Glaubens- und Stammesgenosse der Herren Bachler und Wilberg ist. Das ist die Denkungs- und Handlungsweise mancher antisemitischer Redaktionen! — Am 25. August veröffentlichte die „Staatsbürger-Ztg." folgende ihr von dem Inhaber des Geschäfts in der Landsbergerstraße übersandte Berichtigung: „Beantwortlich Ihres Eindrucks in der Abendausgabe unter Nr. 393 (Lokal-Zeitung), muß ich leider erwidern, daß, wenn Sie etwas in die Zeitung drucken, sich vorher überzeugen müssen, ob der jetzige Inhaber der Firma Ausgaber der Extrablattes, würklich ein Jude ist. Ich glaube nicht, daß Sie mich vorher berochen haben, ob ich in der That ein Jude bin, und wenn ich einer wäre, würde ich mich auch nicht schämen. Ich ersuche Sie deshalb diese Q — (Q. . . soll wohl Quatscherei heißen!) sofort zu wiederrufen, eventuel ich in sämmtlichen Zeitungen Ihre unerforschte Handlungsweise bekannt machen werde. Willi Stein, Evangelist. Inhaber der Firma." Dazu bemerkte das Antisemitenblatt: „Diese „unerforschte" Berichtigung des Evangelisten Willi Stein hat uns vielen Spaß gemacht! Sollte er wirklich „Christ" sein, so hat er die „jüdischen Kniffe" jedenfalls sehr gut studirt! Vorläufig aber glauben wir ihm noch nicht, daß er kein Jude sei; denn eine so frivole Reklame, wie er sie in seinem „Extrablatt" trieb, bekommt nach unserer Meinung doch eben nur ein Jude fertig!" — Diese nicht minder frivole Bemerkung bekommt nur die „Staatsbürger-Ztg." fertig! Am 28. August schrieb die „Staatsbürger-Ztg.": „Tolle

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