Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 9 (September 1897)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1897-09-01
- Page
- 420 (sequence 11)
- Language
- German
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420 3m deutschen Reich. erregte die Aufmerksamkeit zugleich durch die Unerschrockenheit, mit welcher er das Budgetrecht des Hauses vertheidigte oder die Uebergriffe des Herrenhauses zurückwies, das eine Mal die Freiheit der Kommunen auf Grund der Städteordnungen in Schutz nahm, ein anderes Mal die Befugniß dieses oder jenes Refforts seiner Besprechung unterzog. In solchem Wechsel vollzog sich Lasker's Thätigkeit im ersten Jahre seines parlamentarischen Wirkens und brachte dem Hause wie dem Lande immer wieder die Kraft zum Bewußtsein, welche es an Lasker gewonnen hatte. Allein ihm selbst fehlte dabei wohl jede wahre Befriedigung. Seine Natur war auf positives Schaffen und Hervorbringen angelegt, er wollte nützen und fördern, beleben und gestalten, Segen stiften an der Stelle, auf welche das Vertrauen des Volkes ihn berufen, während er jetzt rings um sich her eine politische Oede erblickte, in welcher nichts gedeihen konnte und seine Kraft nutz- und erfolglos sich aufrieb in dem immer mehr sich erweiternden Konflikt zwischen Staatsregierung und Abgeordneten, der bereits vier Jahre gedauert hatte und dessen dunkle Schatten über alle Verhältniffe des Staatslebens gelagert waren. Potsdam. Tobias Cohn.