Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 9 (September 1897)
- Article
- Die Berufszählung
- Date
- 1897-09-01
- Page
- 405 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Berufszählung. 40$ in der Religionspflege, in der Erziehung und im Unterrichte 3,13 1,21 0,91 1,11 1,89 1,69 in der GesundheiLs- und Krankenpflege 0,33 0,47 0,38 0,53 0,78 1,53 in der Schriststellerei und den ausübenden Künsten 0,43 0,45 0,27 0,26 0,51 0,70 Allseitig hat man den die Juden betreffenden Ziffern der Berufszählung besondere Beachtung geschenkt und einer sehr verschiedenartigen Beurtheilung unterzogen. Unter den unparteiischen Beurtheilungen derselben verdient diejenige, welche die „Preuß. Lehrerzeitung" in Spandau am 19. August veröffentlichte, besondere Berücksichtigung. Die betreffende Notiz lautet: „Die neueste Berufszählung hat eine Reihe interessanter Daten über die deutschen Juden zuTage gefördert, die denAnschauungen, die allgemein verbreitet sind, geradezu widersprechen. Schon die Thatsache, daß 3371 Juden ihren Hauptberuf in der Landwirthschaft (Gärtnerei, Thierzucht, Forstwirthschaft und Fischerei) finden, ist sehr wenig bekanntnoch weniger, daß darunter sich 893 Knechte und 786 Mägde befinden. Jntereffant ist auch, daß es 6361 jüdische Dienstboten giebt, während die allgemeine Annahme doch dahin geht, daß die Juden sich vor diesem Beruf scheuen, JmHeer hat sich die Zahl der Juden seit 1882 verdoppelt, während die Zahl der Soldaten sich nur um etwa 60 Prozent vermehrt hat. Auch dies ist ein Zeichen der wachsenden Assimilation der Juden, ebenso wie die stetig steigende Ziffer der Mischehen, die in den großen Städten bereits den dritten Theil aller von jüdischen Männern und Frauen geschloffenen Ehen erreicht. Es scheint demnach auch durch die antisemitische Bewegung der Fortgang der Assimilation nur verlangsamt, nicht aber zum Stillstand gekommen zu sein. In sämmtlichen 51 Berufsgruppen sind die Juden jetzt bereits vertreten, während ihr Antheil am Handel, der früher ihren alleinigen Beruf bildete, in unausgesetztem prozentualem Rückgang sich befindet. Sehr merkwürdig ist, daß — wir citiren die amtliche „Statist. Korresp." — „vielleicht der jüdischen Bevölkerung wirthschastliche Nachtheile erwachsen sind, die durch die gesteigerte Erwerbsthätigkeit der Angehörigen ausgeglichen werden sollen". Es ist nämlich bei den Juden der Antheil der weiblichen Berufsthätigen sehr gestiegen, während die Zahl der erwerbslosen Angehörigen zurückgegangen ist, so daß offenbar die