Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1897)
- Article
- Abwehr
- Date
- 1897-07-01
- Page
- 399 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 399 gegriffen — daß ich im zweiten Theil der Schrift die Ausschreitungen des Kapitalismus, des jüdischen wie des christlichen, energisch bekämpfe. Zu der Höhe der Anschauung der Staatsbürger-Zeitung habe ich mich allerdings noch nicht aufgeschwungen, die Ausschreitungen des christlichen Kapitalismus weniger scharf zu verurtheilen, als die des jüdischen. Kurz wenn man in der Redaktion die Schrift wirklich im Zusammenhang gelesen hätte, so würde sich die Staatsbürger-Zeitung wahrscheinlich auch nicht zu meiner Ansicht bekehrt haben, — denn die Hoffnung, daß diese Zeitung überhaupt für Gründe, selbst für die wohlerwogensten, zugänglich ist, wird wohl jeder, der das Organ kennt, längst aufgegeben haben, und so unbillig bin ich nicht, um mit Lessing zu reden, daß ich von einem Vogel in der Welt eine einzige andere Feder verlangen sollte, als er hat. Aber daß hätte ich von dem Blatte erwarten dürfen, daß sie meine Gründe in ehrlicher, offener, also in wirklich deutscher Weise mit Gegengründen bekämpft hätte. Statt dessen fährt sie in blinder Wuth wie der Stier auf das rothe Tuch auf mich los. — Damit auch dem Ernst der Humor nicht fehle, nennt sie mich einen gelehrigen Schüler des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, während ich in Wahrheit bisher für diesen Verein weder eine Zeile geschrieben, noch sein Mi t g l i e d bin, noch überhaupt von ihm und seinen Bestrebungen bis jetzt anders als vom Hörensagen weiß. Wahrlich — um im Styl der Staatsbürger- Ztg. selbst zu reden — diejenigen deutschen Staatsbürger können mir leid thuu, die sich von ihren antisemitischen angeblichen Vorkämpfern eine deruckge Vertheidigung ihrer Interessen gefallen lassen müssen! Eh'. Martin B e r e n d t.