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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 398

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
Abwehr
Date
1897-07-01
Page
398 (sequence 1)
Language
German
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398 Gingesandt. Abwehr. Die Staatsbürger-Zeitung hat in ihrer Abendausgabe vom 10. Juni ein Referat des Berliner Tageblattes über meine Broschüre: „Die Verjüngung des Liberalismus" zum Anlaß genommen, um über mich herzufallen« Sie spricht davon, daß ich „mit echt jüdischer Unverfrorenheit mein Thema behandle"; sie fragt, „was das für Deutsche sein müssen", die sich von einem Juden solcherlei ruhig sagen lassen; sie sieht in den Ausführungen der Schrift „bodenlose Unverschämtheiten". Der Ton, der' in der Staatsbürger-Zeitung herrscht, ist den Lesern dieser Zeitschrift ja genügend bekannt; hier erscheint es mir aber doch am Platze, die Art der Kritik der Staatsb.- Zeitung einmal niedriger zu hängen. Ich habe in meiner Schrift die Ausschreitungen und Verkehrtheiten des Antisemitismus allerdings deutlich gekennzeichnet und energisch bekämpft, aber in durchaus objektiver Darstellung, die überall mit Gründen operiert, niemals auch nur einen Augenblick sich zu einer Schimpferei hinreißev läßt. Und was bringt die Staatsbürger-Zeitung dagegen vor? Etwa Gegengründe? Versucht sie eine wirklich mannhafte und ehrliche Widerlegung meiner Gründe? Der Leser kann sich aus den mitgetheilten Proben ein Bild davon machen, wie sie auf meine objektive Darstellung reagiert. Nun hat sich das Blatt aber nicht einmal die Mühe genommen, die Schrift, auf die sie schimpft, auch nur durchzulesen. Ich habe sie der Redaktion der Staatsb.-Zeitung direkt zugehen lassen, um ihr offene Gelegenheit zur Abwehr zu geben. Statt dessen hält sie sich an einen aus dem Zusammenhang gerissenen Auszug in einem Referate des Berl. Tageblattes. Das wirft ein merkwürdiges Licht auf die Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit, mit der die Staatsbürger-Zeitung in ihren politischen Streitigkeiten verfährt, daß sie, statt eine Schrift, die ihr zugesandt wird, selbst zu kritisieren, einen Auszug daraus, der in ihrem ärgsten Gegnerorgan, dem Berl. Tageblatt erscheint, kritisiert. Hätte man sich in der Redaktion die Mühe genommen, die Schrift selbst durchzulesen, so würde man gefunden haben, daß ich an einer andern Stelle ausdrücklich anerkenne, ein Theil der Beschuldigungen gegen die Juden sei keineswegs aus der Luft

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