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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 381

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
Berlin
Date
1897-07-01
Page
381 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 381 worden. — Der PrivatdozenL der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität Dr. G u st a v B e h r e n d wurde zum Profesior ernannt. Der am 21. Juni hier verstorbene Chemiker Dr. Julius Aron hat auf dem Gebiete der Thon-Analyse Bedeutendes geleistet und für die gesammte Thon-Industrie durch Begründung der Thon- Jndustrie-Zeitung einen literarischen Mittelpunkt geschaffen. In Bublitz 1848 geboren, gewann er später seine wisienschastlichen Ausbildung auf der Berliner Universität und auf der hiesigen Gewerbeakademie als Schüler Karl Nammelsbergs, der damals das. chemische Laboratorium dieser Akademie leitete. Der Technik in der Thon-Industrie sind die in dem von Aron eingerichteten Laboratorium gemachten Untersuchungen wesentlich zu Statten gekommen. Unserem Verein gehörte Dr. Julius Aron seit dem 8. Januar 1894 an. Der antisemitische Redakteur Buchdruckereibesitzer Oswald K non hatte sich am 29. Juni wegen Beleidigung des Landrichters Dr. Hirsch vor der zweiten Strafkammer des Berliner Landgerichts II zu verantworten. Knorr war in dieser Sache im Februar d. I. vom Charlottenburger Schöffengericht zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden und hatte gegen dieses Urtheil Berufung eingelegt; dasselbe hatte aber auch die Staatsanwaltschaft gethan, der die erkannte Strafe zu niedrig erschien. Im Jahre 1895 schwebte gegen Knorr ein Verfahren wegen Betruges. Knorr sollte den Buchdruckereibesitzer Schmucker durch die falsche Vorspiegelung, daß er eine Staatsanstellung zu erwarten habe, bewogen haben, die von ihm herausgegebenen „Charlottenburger Nachrichten" noch länger als bisher auf Kredit zu drucken. Die erste Verhandlung in der Betrugssache fand vor dem Charlottenburger Schöffengericht statt, in welcher der damalige Amtsrichter Dr. Hirsch den Vorsitz führte. Knorr wurde verurtheilt, von der Berufungsinstanz aber freigesprochen, weil ein direkter Zusammenhang zwischen der falschen Vorspiegelung und der Vermögensschädigung nicht hinreichend nachgewiesen schien. Darauf ließ Knorr in seinem Blatte einen „offenen Brief an Se. Excellenz den Justizminister Schönstedt" erscheinen, der von Beleidigungen des Dr. Hirsch strotzte. Es hieß darin u. A. wörtlich: „Der jüdische Richter (Dr. Hirsch ist kein Jude) hielt sich einem Christen gegenüber nicht für befangen, und ich selbst habe ihn nicht abgelehnt, weil ich sehen wollte, wie ein jüdischer Richter einem Antisemiten gegenüber das Recht handhaben werde." Ferner: „Wie lange wird der jüdische Richter noch für würdig erachtet werden, als Repräsentant der geheiligten Person des Königs Recht zu sprechen?" und endlich: „Der jüdische Richter hat die Wahrheit zu verschleiern

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