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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 370

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
Umschau
Date
1897-07-01
Page
370 (sequence 1)
Language
German
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370 Umschau. WSZeber die Frequenz der höheren Lehranstalten Berlins im Schuljahre 1896/97 veröffentlichte kürzlich die „Kreuz-Zeitung" eine vom Professor Gemß verfaßte interessante Artikel-Serie, in welcher die Zahlen der hiesige höhere Lehranstalten besuchenden jüdischen Schüler im Verhältniß zur Zahl der jüdischen Einwohner sich zwar als ziemlich günstige darstellten, dagegen die Durchschnittsziffern der jüdischen Schüler in den gesummten höheren Lehranstalten Preußens weit niedriger erschienen als sich nach den häufigen antisemitischen Klagen über „das Judenthum an den höheren Lehranstalten" annehmen ließ. In Berlin war zwar ein wesentlicher Zuwachs der jüdischen Gymnasialschüler zu verzeichnen und in den beiden Oberrealschulen seit 1893 die Zahl der jüdischen Schüler immerhin von 8 aus 10 Prozent gestiegen, aber in demselben Zeitraum diejenige der jüdischen Schüler auf den Berliner Realgymnasien von 18 auf 16,7 Prozent zurückgegangen. Weit ungünstiger stellte sich aber das Verhältniß im ganzen Lande. Von den Einwohnern Preußens waren nach der Zählung im Jahre 1895: 36,9 Prozent evangelisch, 34,5 Prozent katholisch, 1,5 Prozent jüdisch, 0,1 Prozent gehörten anderen Religionen an. Unter den Schülern aller höheren Lehranstalten waren die Evangelischen mit 69,7 Prozent, die Katholiken mit 22,1 Prozent, die Juden mit 8 Prozent, die Andersgläubigen mit 0,2 Prozent vertreten. Die jüdischen Schüler im ganzen Lande waren nicht etwa mit dem höchsten Satze auf den Gymnasien vertreten, sondern auf den Realschulen mit 8,8 Prozent, hierauf mit 8,6 Prozent aus den Realgymnasien und nur mit 8,3 Prozent auf den Gymnasien. Auf den Progymnasien waren 7,1 Prozent, den Ober-Realschulen 6 Prozent, den Prorealgymnasien 4,2 Prozent jüdischen Glaubens. Gegen 1893 haben die evangelischen Schüler in Preußen im Prozentsatz, d. h. tatsächlich nur auf den Realschulen und Prorealgymnasien, zugenommen, die katholischen überall mit Ausnahme der Realschulen und Prorealgymnasien, die jüdischen aber nur

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