Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1897)
- Article
- Die Juden als Deutsche
- Date
- 1897-07-01
- Page
- 369 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden als Deutsche. 369 wie der zwischen sächsischen und preußischen, trotz der „verschiedenen Abstammung". Deshalb dürfen wir uns aber auch von Augenblicksströmungen — und Jahrzehnte sind nur Augenblicke im Völkerleben — mögen sie noch so stark erscheinen — nicht zu extremen Schritten fortreißen laffen, sondern an Religion und Vaterland in gleicher Treue festhalten, weder Renegaten werden, noch von Errichtung eines Judenstaates träumen! Goethe, den gewiß Niemand für bigott gehalten hat, sagte in Bezug auf Winckelmanns Religionswechsel: „Es bleibt freilich ein jeder, der die Religion verändert, mit einer Art von Makel bespritzt, von der es unmöglich scheint ihn zu reinigen . . . . Ausdauern soll man, da wo uns mehr das Geschick als die Wahl hingestellt. Bei einem Volke, einer Stadt, einem Fürsten, einem Freunde, einem Weibe festhalten, darauf alles beziehen, deshalb alles wirken, alles entbehren und dulden, das wird geschätzt; Abfall dagegen bleibt verhaßt, Wankelmuth wird lächerlich". M. L. W.