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Im deutschen Reich · 1897-06-01 · Heft 6 (Juni 1897) · p. 309

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 6 (Juni 1897)
Article
Das Heidenthum der Neuzeit
Date
1897-06-01
Page
309 (sequence 15)
Language
German
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Das Heideilthmn der Neuzeit. 309 schlage», hier schon treffliche Früchte getragen hat und bei freierer Entfaltung noch beflere tragen wird. Der biblischeGottesbegriff und die a u f r i ch t i g e Vaterlandsliebe sind mächtige Bindemittel zwischen glaubenstreuen Juden und wahrhaft religiösen Christen! Der alte böse Feind, das Heidenthum, das weder den Menschen zum Ebenbilde Gottes machen, noch ihn zwischen Gut und Böse unterscheiden lassen will, rqird besiegt werden, wenn sich diese Bande nicht lösen. Nicht nur an vielen Stellen im Alten Testament, auch in dem vielfach verleumdeten Kommentar desselben, dem Talmud, ist Gehorsam gegen die Staatsgesetze und wahre Duldsamkeit in Sachen des Glaubens gepredigt. Es heißt im Talmud u. A. ausdrücklich: (Dina demalckutha dina), „Das Landesgesetz ist Gesetz", und ferner: „Die Frommen aller Völker haben Theil an der ewigen Seligkeit." W i r kennen keine anderen Feinde, als die Feinde Gottes; wenn wir für seinen heiligen Namen, für die Bibel und ihre Moralgesetze cintreten, wenn auch wir mit den Worten des großen Bibelübersetzers Luther mannhaft erklären „Das Wort sie sollen lassen st ahn", dann können und werden wir hoffentlich künftig im Kampfe nicht mehr allein stehen! Die Gegner des Semitenthums sind nicht nur erbitterte Judenfeinde; sie sind auch Verächter des in der Bibel enthaltenen Gotteswortes, das in Ewigkeit bestehen soll. Wenn wir in dem Antisemitismus dasmoderneHeidenthum bekämpfen, machen wir uns um das deutsche Vaterland verdient, weil wir den erbärmlichsten Rückschritt in der Kultur verhindern, und um jede positive Religion, weil wir diejenigen entlarven, welche an die Stelle der Bibelmoral die sich nur scheinbar „jenseits von Gut und Böse" haltende I m - moralität zu setzen versuchen! Wenn unser Wirken und Streben im Geiste des Alten Testamentes einst als verdienstlich anerkannt wird, dann werden wahrhaft fromme Christen wieder mit dem Evangelisten Johannes 4, 22 sagen: „Denn das Heil kommt von den Juden!" Die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens müssen daran festhalten, selbst in Zeiten widriger Strömungen in politischer Beziehung: deutsch bis aus die Knochen, in religiöser: treue Anhänger des von den Vätern über-

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