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Im deutschen Reich · 1897-05-01 · Heft 5 (Mai 1897) · p. 267

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 5 (Mai 1897)
Article
Umschau
Date
1897-05-01
Page
267 (sequence 11)
Language
German
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Umschau. 267 Die deutschen Juden nehmen selbstverständlich an den Leiden und Freuden ihrer ausländischen Glaubensgenossen lebhaften Antheil, aber höher noch steht ihnen das Vaterland, der Boden, auf dem ihre Wiegen gestanden, in dem die Gebeine ihrer Ahnen ruhen, für den in und nach den Befreiungskriegen so viele Juden gekämpft und geblutet haben. Nicht das Judenthum, sondern der Antisemitismus ist international und dem Staatswesen schädlich. Für das deutsche Reich, das sich als Rechtsstaat bewährt, opfern die deutschen Juden mit Freuden Gut und Blut, aber wir wollen und werden, nach Schillers Worten, auch „B ü r g e r b l e i b e n auf dem Boden" , den unsere Väter wacker mit vertheidigt! A. L. Korrespondenzen. * Berlin, 20. Mai. Aus dem Kabinet der Kaiserin sind der hiesigen jüdischen Gemeinde wiederum 3000 Mark angewiesen worden und zwar mit der Bestimmung, diese Summe für das Erziehungshaus in Pankow zu verwenden. Aus Anlaß des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der Lehr» an st alt für die Wissenschaft des Judenthums findet am 27. Mai d. I., Mittags 12 Uhr eine Feier im Saale des Brüdervereins in Berlin, Unter den Linden 4 a statt. Mit den Einladungen zu dieser Feier wurde eine interessante Schrift versandt, die einen Rückblick auf die ersten 25 Jahre der Lehranstalt enthält. An die von Herrn 1)r. M. Schreiner verfaßte „innere Geschichte der Lehranstalt" schließt sich ein ausführlicher Bericht des Kuratoriums und eine Uebersicht der literarischen Thätigkeit der Dozenten und ehemaligen Hörer. In der bekannten Strafsache gegen Carl Sedlatzek wegen Beleidigung des Oberhofmeisters von Mirbach stand am 4. Mai Termin in der Nevisionsinstanz vor dem Reichsgericht an (s. Umschau). Der Vertheidiger führte aus, daß Sedlatzek zu der fraglichen Zeit so viel mit seinen persönlichen Sachen zu thun hatte, als daß er sich um den Inhalt des Blattes habe kümmern können, denn er habe 8 Tage später eine mehrmonatliche Festungsstrafe in Weichselmünde antreten müssen und außerdem mit der Ausarbeitung seiner Revision

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