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Im deutschen Reich · 1897-05-01 · Heft 5 (Mai 1897) · p. 252

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 5 (Mai 1897)
Article
Gabriel Riesser
Date
1897-05-01
Page
252 (sequence 5)
Language
German
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252 3m deutschen Reich. Blick und in klassisch edler Sprache Fragen erfaßte und beleuchtete, die heute «och tief berühren, wie reich seine Rede isi an treffende^ packenden Bildern und Gleichnissen aus Geschichte und Dichtung — mit einem Wort, welch ein musterhafter deutscher Volks- Vertreter der Jude Gabriel Rieffer war. Blieb auch das Erfurtei Parlament gleich dem Frankfurter ohne unmittelbaren Erfolg, bii Jahre 1866 und 1870 brachten ihre Saaten zurReife, und untei dm Baumeistern des deutschen Reiches nimmt Gabriel Riessei einen hervorragenden Platz ein. Er hat die Ernte seiner Saat nicht erlebt. Gleich Moses ha er das gelobte Land des einigen Deutschlands nur von Ferne ge sehen, aber für sein Ideal fort und fort zu sorgen und zi arbeiten hat er bis an seinen leider allzu frühen Tod nicht unterlassen. Er gehörte dem Ausschuß des deutschen National Vereins als thätiges Mitglied an und wies in verschiedene! von ihm veröffentlichten Aufsätzen immer wieder darauf hin, wi sich die Hoffnungen Deutschlands auf Preußen und auf eine „vo edlem Freisinn durchdrungene Leitung der preußischen Geschicke stützen. „Wenn Preußen deutsch werden soll" — schrieb er — „s muß Deutschland sich darüber klar werden, daß dem preußische Volke eine hohe politische und moralische Befriedigung geböte werden müsse, um es zu solcher Hingebung geneigt zu machen. In seiner Vaterstadt Hamburg ward Riesser, als 1859 ein Verfassungsreform erfolgte, in die neue Bürgerschaft zu dere Vize-Präsidenten und zum Mitgliede des Bürger-Ausschusses g! wählt und war auch hier, wie bisher, im entschieden freisinnige Sinne mitten zwischen Konservativen und Demokraten vermitteln thätig. Als hier die Frage der Civilehe auftauchte, entschied er fit vom Standpunkt der Gewissensfreiheit aus für die fakultativ Civiltrauung und wies gegenüber französischem Zwang auf englisck Freiheit hin. Ende 1857 hatte Rieffer in Folge der schweren Handelskris die über Hamburg einbrach und ihm das Wechselprotestiren, d bürgerliche Todeserklärung so vieler Mitbürger, verleidete, dc Notariat niedergelegt. 1860 wurde er — dem man 1829 d Zulassung zur Anwaltschaft versagt hatte — in das Hamburg! Obergericht als Richter berufen, nachdem er kurz zuvor in ein« Denkschrift dem preußischen Justizminister gegenüber das Recht uv

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