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Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 234

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
Frau L. M., Posen
Date
1897-04-01
Page
234 (sequence 2)
Language
German
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234 3m deutschen Reich. aussagt, künftig werde die Wahl eines Bades die Losung entscheiden: „Judenbad oder nicht Judenbad? Anständige Leute fühlen sich von dem Treiben derjenigen, die wie die Gassenjungen an die Wände, der Badekabine „Juden raus!" kritzeln, schon jetzt so angeekelt, daß. die Frage lauten wird: Antisemitennest oder nicht?" Frau M. A., Berlin. Städtischerseits wird beabsichtigt, Frauen zu den Geschäften der Armen-Kommission heranzuziehen und durch die beiden neuen Armenämter einen Aufruf zur freiwilligen M e l d u n g zu erlassen. Es ist Ihnen hierbei die trefflichste Gelegenheit geboten, Ihren Wohlthätigkeitssinn zu bethätigen. Sie brauchen sich durch die böswillige Aeußerung der „Staatsbürger-Ztg." über „jüdische Reklame-Wohlthäterinnen" dabei keineswegs beirren zu lassen. Die „Wohlthaten jüdischer Frauen" haben sich stets als segensreich erwiesen und werden auch künftig sehr willkommen sein! E. S. Berlin. Dem Herrn G u ft a t> Dewald gegenüber würde der Staatsminister von Bötticher kaum die „Flucht in die Oeffentlichkeit" für nöthig halten. Die betreffende Notiz des „General- Anzeigers" lautet wörtlich: „Wenn Ihre kaum glaubliche Mittheilung, sich bewahrheiten sollte, wonach wir natürlich noch besondere Recherchen anstellen werden — daß unser Staatsminister von Bötticher mit den H a u p t j u d e n — den Commerzien- — Rathen Schwabach, Mendelssohn, Hansemann pp. intim verkehrt und mit denselben Nächte durch Skar drischt" — so dürfte für uns darin allerdings der Schlüssel zu dem Geheimniß zu finden sein, warum aus der Handwerker-Organisation, dem radikalen Schutz der Landwirtschaft und der endlichen Lösung so mancher dringenden sozialen Aufgabe bisher nichts geworden ist." — Von den angeblichen drei „Hauptjuden" sind zwei gar keine Juden; übrigens ist für diese, ebensowenig wie für Herrn von Bötticher, die Behauptung eines intimen Verkehrs beschimpfend. Soll der Minister etwa bei dem antisemitischen Gastwirth Jericke in der Jüdenstraße „Skat dreschen?" N. Z. Berlin. Die Notiz der „Staatsbürger-Zeitung" mit der Spitzmarke „Wieder fällt ein Stück Alt-Berlin" beweist nur, wie sehr die Redaktion dieses Blattes auf die Gedankenlosigkeit der Leser rechnet. In der erwähnten Notiz bejammert es die Redaktion, daß einige alte, historisch denkwürdige Häuser in der 'Spandauerstraße und Königstraße demnächst verschwinden werden, an deren Stelle die Firma N. Israel große Geschäftshäuser errichten lassen will. Das hindert dieselbe Redaktion aber nicht, die großartigen Baupläne der Firma Rudolf Hertzog zu preisen, ohne die dadurch bedingte Niederreißung des alten Köllnischen Rathhauses zu beklagen. — „Auch ein Zeichen der Zeit!"

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