Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 221

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
Berlin
Date
1897-04-01
Page
221 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316624-2316629-2320280--02394-2320393
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 221 wurde vor der 146. AbLheilung des Berliner Landgerichts I seine Privatklage gegen den Redakteur des „Berl. Tagebl."^ Dr. Ernst Drüttefien, verhandelt. Dieser und sein Vertheidiger suchten nach- -zuweisen, daß das herbe Urtheil, das über den Privatkläger und sein Blatt gefällt worden, durchaus berechtigt gewesen und in Wahrnehmung -berechtigter Interessen abgegeben worden sei. Der Gerichtshof hielt aber doch Beleidigungen für vorliegend und verurtheilte. den Angeklagten zu 100 Mar! Geldstrafe. — Der von Sedlatzek verlangte Strafaufschub erreichte am 20. d. M. sein . Ende. Der „General- Anzeiger", als dessen verantwortliche Redaktion jetzt Buchhändler Gustav D e w a l d zeichnet, enthält deshalb folgende Ankündigung: „Mittwoch, den 21. d. M., Mittags 12 Uhr, Treffen bei Riepnch, Unter den Linden 27. Hierauf Fahrt nach Plötzensee." Herr Abgeordneter A h l w a r d 1 arbeitet jetzt, wie die .„Hannoversche Post" erfährt, an einer Broschüre, die seine Rechtfertigung der Reise nach Amerika, sein künftiges Programm und eine scharfe Auseinandersetzung mit dem Neichtagsabgeordneten Freiherrn v. Langen enthalten soll. Ahlwardt hat dies in einer Versammlung der Antisemitischen Lesevereinigung angekündigt und dabei versichert, daß er von v. L. schändlich getäuscht und der „arme Paasch" bei der Kolberg-Kösliner Wahl schmählich verrathen worden sei. In derselben Versammlung soll, wie der „D. G. Anz." berichtet, der frühere Sekretär Langen's versichert haben, daß sich Langen gegenüber der Bemerkung eines Herrn von Blankenstein, man müsse die Antisemiten nritHunden von den Höfen treiben, zustimmend ausgesprochen habe. □ Charlottenburg, 15. April. Der wegen arger Schwindelmanöver hier verhaftete Inhaber der „Vereinigten Berlin- Charlottenburger Geschäfts - und Grundstücks - Verkauss -Bureaus" Georg Wendler war eine Leuchte der hiesigen Antisemiten. Als er vor 3 Jahren wegen einer Beleidigung vor den Schiedsmann geladen wurde, schrieb er an den letztern: „In Sachen F., des Juden, halte ich es unter meiner Würde, mit demselben zusammen zu kommen und werde zum Termin nicht erscheinen." Wendler wurde dann wegen Beleidigung zu 5 Mark Strafe verurtheilt und seine Berufung gegen dieses Urtheil vom Landgericht II zurückgewiesen, lieber das Geschäftsgebahren dieses Antisemiten Wendler wird Folgendes berichtet: „Wendler zeigte unter einer Chiffreadresse in Provinzblättern an, daß ein Grundstück zu kaufen gesucht werde. Darauf gab* u. A. auch Frau Japke in Kyritz ein schriftliches Angebot ab, kam so an Wendler und gewann bei einer mündlichen lö*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.