Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 196

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
Gabriel Riesser
Date
1897-04-01
Page
196 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316624-2316629-2320277--02366-2320368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

196 3nt deutschen Reich „Nun hatte noch der Berichterstatter des Ausschusses, Messer, das Wort. Der mehr als zweistündige, nicht weniger als 22 Spalten der stenographischen Berichte füllende Vortrag gilt als die größte oratorische Leistung der Paulskirche und war es auch. Selbst die englischen Zeitungen meinten, Messers Rede stände den besten Reden ihrer ersten Staatsmänner würdig zur Seite. Es war in der Thal ein Meisterstück von klarer, scharfsinniger, gründlicher und geistvoller Beredsamkeit, die überall von tief patriotischer Begeisterung durchdrungen war." — „Und nun das Resultat! Mit Worten hat wohl selten ein Redner einen größeren Triumph gefeiert. Manche Mitglieder — es ist wirklich Thatsache — brachen in Thränen aus, von allen Seiten eilte man aus Messer zu, zum Glückwunsch und Händedruck; er und H. von Gagern lagen sich wohl eine Minute lang in den Armen." In einer anonymen Schrift aus dem Jahre 1849 3) heißt es: „Die Persönlichkeit Simsons und sein Name erinnern an jene fremdartige Nationalität, die in Europa durch Jahrhunderte die verfolgte gewesen, um in unseren Tagen plötzlich die weltbewegende nicht allein, sondern sogar die vorzugsweise leitende zu werden. Der zweite Stellvertreter des Vorsitzenden aber, Herr Gabriel Riesser, ein Rechtsgelehrter aus Hamburg und nach Frankfurt gewählt für Lauenburg, gehört ihr noch unmittelbar an. Es ist der Gegendruck nach dem Drucke, dem wir es zuzuschreiben haben, daß an jedem Punkte unseres erschütterten Welttheils, in Paris und Genua, in Berlin und Anhalt-Dessau, die Juden eine hervorragende Rolle bei Neugestaltung der Verhältnisse spielen. Hier zum Vortheil, da zum Nachtheil der Sache, aber immer mit Wirkung. Daß sie Verstand und Eifer in einem Grade besitzen, an dem sich besonders die germanische Raffe ein Beispiel nehmen sollte, wiffen wir längst. Auch daß sie, wenn schon selten schöpferische Künstler, doch häufig meisterhafte Virtuosen sind. Aber denen unter uns, die ihnen alle Eigenschaften lieber, als die der Liebenswürdigkeit zugestehen, dürfen wir Herrn Riesser entgegenhalten als einen überzeugend liebenswürdigen Menschen. Bescheiden trotz bedeutender Gaben, zuversichtlich nur für die gute 3) Brustbilder aus der Paulskirche. Leipzig. Gustav Mayer. 1849. S. 24 ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.