Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 3 (März 1897)
- Article
- Schuldirektor Dr. David Fränkel
- Date
- 1897-03-01
- Page
- 153 (sequence 7)
- Language
- German
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Schuldirektor Dr, David Fränkel. 153 ruhiger aber unausgesetzter Thätigkeit. Als jedoch die Märzereignisie den jüdischen Kindern das Gymnasium erschlossen und mehrere Familien unvermeilt von dem neugewonnenen Rechte Gebrauch machten, schien der Fortbestand der Franzschule ernstlich bedroht. Fränkel selber schlug daher die Umwandlung der jüdischen Anstalt in eine Handelsschule für Kinder aller Bekenntnisse vor, und nach längerem Zögern brachte die Regierung diesen Vorschlag wirklich zur Ausführung. Die Franzschule erhielt eine neue Gestalt und wurde am 5. November 1849 ein rein staatliches Institut, während die Legate des Beth-Hamidrasch der jüdischen Gemeinde zurückgegeben wurden. Fränkel beging am Tage der Eröffnung der Handelsschule sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum und wurde bei dieser Gelegenheit nicht nur von seinen Freunden und ehemaligen Schülern, sondern auch von seinem Landesherrn und dem Staatsministerium geehrt. Se. Hoheit der Herzog ließ durch den Schulrath Ritter 30 Louisdor nebst folgendem Schreiben überreichen: »Hochgeehrter Herr Direktor! Durch Gottes Gnade ist Ihnen das seltene Glück beschieden, ein halbes Jahrhundert hindurch zum Segen der Jugend im Schulamt zu wirken und im Besitze einer in dem Alter nur wenigen vergönnten Fülle von geistiger Kraft und körperlicher Rüstigkeit das fünfzigjährige Jubelfest Ihrer erfolgreichen Thätigkeit zu feiern. Mit besonderem Wohlgefallen habe Ich die Berichte über die zu Ihrer Jubelfeier veranstalteten Festlichkeiten vernommen und kann es Mir nicht versagen. Ihnen zu Ihrem heutigen Ehrentage Meine aufrichtigsten Glückwünsche und meine volle Zufriedenheit mit Ihren schulmänmschen Leistungen auszusprechen, indem Ich die Verdienste gern anerkenne, welche Sie sich um die Bildung und Aufklärung der israelitischen Jugend erworben haben. Ich erbitte für Sie den ferneren Segen des Höchsten. Dessau, am 5. November 1849. Leopold, Herzog zu Anhalt." Das Ministerium übergab nachstehende Adresse: „Aus Veranlassung der heutigen Feier Ihres fünfzigjährigen Dienstjubiläums fühlen wir uns bewogen. Ihnen, unter Bezeugung unserer wohlbegründeten Achtung, den aufrichtigsten Dank ftir Ihr treues, rechtschaffenes und gewissenhaftes Wirken im Schulamte auszufprechen und die herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem schönen Ehrentage darzubringen, durch dessen Erreichung Sie der gnadenvolle Gott vor so vielen Sterblichen bevorzugt und ausgezeichnet hat. — Möge der allmächtige Gebieter über Tod und Leben Ihnen noch recht lange die bisherige Rüstigkeit und Kraft erhalten. Ihnen einen heiteren und an freudigen' Erlebnissen reichen Lebensabend gewähren und Sie in dem Rückblick auf eine mühevolle und reich gesegnete Thätigkeit die schönste