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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Schuldirektor Dr. David Fränkel
Date
1897-03-01
Page
151 (sequence 5)
Language
German
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Schuldirektor Dr. David Frankel. 151 verwalten. In jener schweren Zeit sah sich aber der Herzog außer Stande, ihm eine Besoldung auszusetzen. Der nachstehend ablehnende Bescheid des Herzogs dürfte ein bleibendes Denkmal der Herzensgüte des Fürsten sein: Wohlgeborner, Jnsonders hochzuehrender Herr! Ihr Schreiben vom 20. des vorigen Monats habe ich mit vieler Aufmerksamkeit gelesen, sowie das beigefügte Exemplar über die Synagogen- Einrichtung im König!. Westphälischen. Ich danke Ihnen für beides hiermit recht verbindlich, mit der Versicherung, daß die gute Meinung, die ich seit lange, wie Sie wissen, von Ihnen hege, dadurch aufs Neue in mir befestigt worden ist. Es ist mir daher in der That recht empfindlich, daß ich zur Erfüllung Ihres Wunsches, hierher zurückkehren zu können, durch Bewilligung einer Besoldung für jetzt wenigstens, nichts beitragen kann. Die Erhaltung aller Schulen im Lande kostet eine so bedeutende Summe, daß das, was dazu ausgeworfen ist. nur spärlich hinreicht. Die gegenwärtigen Zeiten legen mir überdem mehr als jemals die Pflicht auf, mit meinen Mitteln so haushälterisch umzugehen, daß ich leider nur zu oft genöthigt werde, auf die Ausführung von Dingen Verzicht zu leisten, die mir ebenso sehr am Herzen liegen, als nur immer die Vervollkommnung des Volksunterrichts. — So lebhaft daher der Wunsch in mir ist, daß für die hiesigen israelitischen Lehranstalten Ihre Erfahrungen und Ihre Thätigkeit auch ferner wirksam bleiben möchten, so liegt es doch, wie schon gesagt, im gegenwärtigen Augenblick außer meinen Kräften, durch Gewährung Ihres Gesuchs etwas dazu beizutragen. Seien Sie übrigens fortdauernd von meiner besonderen Hochachtung überzeugt, mit welcher ich beharre Ew. Wohlgeboren Dessau, den 7, Januar 1811. ergebener Diener An L. F. Frantz, Herzog zu Anhalt. Königlich Westphälischen Consistorialrath und Herzog!. Anhalt-Dessauischen Schuldirektor Herrn D. Frankel zu Kassel. So kam es, daß David Fränkel erst nach dem Zusammenbruch des Königreichs Westphalen gegen Ende 1814 nach Dessau zurückkehrte. Hier unterzog er sich sogleich einer neuen Arbeit. Der Erfolg der Maßnahmen des Kasseler Konsistoriums hatte ihm gezeigt, wie wenig eigentlich der bürgerlichen Gleichstellung der Juden seines Heimathlandes im Wege stand, und so unternahm er es, dieselbe auch in Anhalt-Dessau, so weit als thunlich, zu verwirklichen, indem er eine Verschmelzung der Franzschule mit dem herzoglichen Gymnasium in Anregung brachte. Als dieser Vorschlag an der ablehnenden Haltung des Schuldirektors Gerhard Vieth scheiterte, suchte er seine Anstalt wenigstens in pekuniärer

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