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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 149

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Schuldirektor Dr. David Fränkel
Date
1897-03-01
Page
149 (sequence 3)
Language
German
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Schuldirektor Dr. David Fräukel. 14V öffnet und erlangte am 19. Mai 1801 die Bestätigung ihrer Statuten und ihres Lehrplans seitens des Fürsten, welcher der Bitte des Schulvorstandes die Worte hinzusetzte: „Ich genehmige dieses und hat die Regierung den Supplikanten meine Zufriedenheit über deren nützliches Unternehmen bekannt zu machen. L. F. Frantz, Fürst zu Anhalt." — Schon in Folge dieser Vergünstigung stieg die Frequenz jener Anstalt, indem nun auch begüterte Israeliten ihre Kinder derselben anzuvertrauen begannen. Noch mehr aber wuchs die Schülerzahl, als durch fürstliches Dekret vom 9. Februar 1803 alle W i n k e l s ch u l e n im Lande unterdrückt und durch Verordnung vom 13. Juli selben Jahres den Dessauer Juden die Anstellung von Hauslehrern untersagt wurde. In der Verordnung hieß es: -Nachdem uns der gnädigste Befehl eingegangen ist, daß Ihr, da die, von Sr. Hochfürstl. Durch!, gnädigst bestätigte, jüdische Frey- Schule allhier, ihrer innern guten Einrichtung wegen, die Annahme fremder Hauslehrer ganz entbehrlich macht, die von Euch erbetene Erlaubniß hierzu aber der zu wünschenden Aufnahme dieser Freyschule nachtheilig sein würde rc. in Gemäßheit dieses Unseres unterthänigen Berichts mit jenem Eurem Gesuch ab- und mit Euren Kindern an die F r e y s ch u l e und deren Lehrer verwiesen werden sollet; so machen Wir Euch diese höchste Willens-Meinung Sr. Hochsürstl. Durch!, hierdurch bekannt, und werdet Ihr daher auf Euer Gesuch hiermit abschläglich beschieden rc. —:*) Durch diese Verfügung verlor die Anstalt den Charakter einer Freischule und erhielt deshalb noch 1802 den Namen: „Jüdische Haupt- und F r e i s ch u l e," den sie indessen in Anerkennung ihrer Leistungen schon 1804 mit dem Titel „Franzschule" vertauschen durfte. Diese rasche Entwicklung von der Freischule zur Franzschule war in erster Linie Fränkels Verdienst. Schon in den ersten Monaten seiner pädagogischen Thätigkeit hatte er so glänzende Proben organisatorischer Begabung abgelegt, daß der Vorstand des „Chinuch-Neorim" ihm bereits zu Ostern 1800 die eigentliche Leitung der Anstalt übertragen und die Regierung, die seit Juni 1801 die Oberaufsicht übernommen, ihn still- *) Dieser und die folgenden Erlasse des Herzogs Franz sind zuerst abgedruckt in Band 6. der „Mittheilungen des Vereins für anhaltische Geschichte und Alterthumslunde". Die Originals befinden sich im Staatsarchiv zu Zerbst sul) 0 15 Nr. 21—26.

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