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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 141

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Gabriel Riesser
Date
1897-03-01
Page
141 (sequence 7)
Language
German
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Gabriel Rieffer. 141 laffung als Anwalt in Hamburg und in Kassel am Religionsbekenntniß. Erst 1840 wurde Rieffer Notar in Hamburg. Vielbeschäftigt, nahm er doch innigen Antheil an öffentlichen und gemeinnützigen Angelegenheiten. Seine erste Studentenzeit in Kiel hatte ihn in freundschaftliche Verbindung mit Schleswig-Holsteinem gebracht. Als nun 1846 der „offene Brief" Christians VIH. ganz Deutschland erregte, gab Messer dem in einer Festrede am 18. Oktober, dem Gedenktage der Leipziger Völkerschlacht, „dem Geburtstage Deutschlands", wie er ihn nannte, einen tiefergreifenden Ausdruck. Er erinnerte daran, wie viel an der Freiheit Deutschlands fehle, sprach von Schleswig-Holstein und Hannover, von den unerfüllten Verfassungszusagen, dem Verlangen nach Preßfreiheit, Vereinsrecht, öffentlichem Gerichtsverfahren, Gewissensfreiheit und betonte: „Setzen wir Alles daran, daß Schleswig-Holstein dem Bande, welches das Vaterland umschlingt, erhalten werde, aber streben wir mit gleicher Kraft, daß dieses Band ein inniges und lebendiges, ein durchweg auf Freiheit und Gerechtigkeit begründetes werde. — Die Herzogtümer hängen so innig am Vaterlande; sie sind so durch und durch deutsch, daß selbst der politische Gewinn, den der Fremde ihnen bietet, sie nicht zu locken vermag. Wenn selbst eine freie Verfassung von Norden her angeboten würde, sie würden es verschmähen, getrennt von ihren deutschen Brüdern im Freiheitsgenusse zu schwelgen; sie würden lieber das karge Brot dürftig zugemessener Freiheiten im Vaterhause mit den Brüdern brechen und die Hoffnungen einer freien Zukunft, an denen Deutschland reich ist, mit den Brüdern theilen. Wohl verdient diese Gesinnung unsere Anerkennung, unsere Liebe; aber Deutschland hat nur einen Weg, um diese Hingebung zu lohnen, daß es nämlich danach strebe, dieses Opfer unnöthig, ja unmöglich zu machen." 18) Messer schloß diese begeisternde, mit Jubel aufgenommene Ansprache — seine erste öffentliche Rede — mit folgenden prophetischen Worten: „Wer sagt Euch, daß es nicht gerade dem deutschen Volke Vorbehalten ist, die Freiheit ohne ihre Gefahren, ohne ihre Stürme zu besitzen, ob es nicht wirklich der Beruf des deutschen Richers Ges. Schriften Band IV S. 358. 359.

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