Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Gabriel Riesser
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 74 (sequence 1)
- Language
- German
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74 Gabriel Richer. I. Gabriel Messer? Dieser Frage bin ich schon bebegegnet, begegnet aus jüdischem Kreise." Diese Anfangsworte eines, vor 16 Jahren erschienenen Schriftchens*) sind leider auch heute noch zutreffend, und ebensowohl jüdischen als anderen Kreisen — mit Ausnahme weniger Hochgebildeter — ist Gabriel Messer ein großer Unbekannter. Und dennoch — zählt man die Namen der Besten auf von Deutschlands Söhnen, der edelsten seiner Patrioten —steht Gabriel Messer in den Reihen der Ersten. Uns aber war er mehr. Er war und er ist — um es kurz zu sagen — das verkörperte Ideal eines Deutschen jüdischen Bekenntniffes. Gabriel Riesser ist am 2. April 1806 — am ersten Festabend des Paffahsestes in Altona geboren. Sein Vater Lazarus Jacob Katzenellenbogen (aus einer hochangesehenen Rabbinerfamilie dieses Namens) stammt aus dem Ries (dem jetzigen Rezatkreise in Bayern) und nannte sich daher Ricsser. Ein Zweig seiner Familie Katzenellenbogen (vermuthlich auch er selbst) stammt von jenem Saul Wahl, der nach der Legende König in Polen war und deffen Töchter und Enkelinnen Bernstein in seinem herrlichen „Mendel Gibbor" S. 152 ff. als die idealsten Frauengestalten des Judenthums verewigt hat. Dieser Vater unsers Gabriel, Lazarus Jacob Rieffer, war Gemeindesekretär in Altona, ein Mann von gründlichem talmudischem Wiffen und von feiner Weltbildung. Seine Gattin Frommaid, die Mutter unsers Gabriel, war die Tochter des Oberrabbiners Raphael Cohen zu *) Gabriel Riesser, ein Rechtsanwalt. Von Emil Lehmann. Leipzig, bei Robert Friese (vom Deutsch-Israel. Gemeindebund herausgegeben).