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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 38

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Umschau
Date
1897-01-01
Page
38 (sequence 1)
Language
German
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38 Umschau. ie „israelitis cheMitarbeiL" ist kürzlich in dem nationalsozialen Organ „Zeit" dadurch zur Debatte gestellt worden, daß der Reallehrer Th. Marx an den Pfarrer Naumann einen Brief.richtete, in welchem er sich als begeisterten Anhänger der national-sozialen Bestrebungen bekannte und daran die Frage knüpfte: „Kann ich, ohne zudringlich zu erscheinen und ohne mir etwas zu vergeben, Mitglied der national-sozialen Vereinigung werden?" Darauf ertheilte der Leiter dieser Vereinigung eine öffentliche Antwort, in der er u. A. sagte: „Auf diese Frage kann ich nur so antworten, daß der in Leipzig centralisirte Verein, dessen Gründung wir in Erfurt beschlossen haben, in Ausführung der Resolution Trommershausen keinem Israeliten, der unserem Programm zustimmt, ein Hinderniß in den Weg legen wird. Diese Haltung hat Professor Sohm in seiner ersten Rede empfohlen, und Niemand hat ihm widersprochen. In wie weit bestehende oder neu zu gründende national-soziale Vereine in den verschiedenen Gegenden dieselbe Praxis üben werden, darüber kann von Seiten des Gesammtvereins schwerlich etwas Allgemeingiltiges bestimmt werden, da in unseren Kreisen die gesellschaftliche Stellung zu den Israeliten eine sehr verschiedene ist. Was u n s A l l e n gemeinsam ist, ist d i e A b l e h n u n g jeder Verkürzung der staatsbürgerlichen Rechte u rt b damitdiegrundsätzlicheAbweisungdespolitischen Antisemitismus. Aus dieser grundsätzlichen Abweisung folgt noch nicht, daß die einzelne Vereinigung nun ohne Weiteres israelitische Mitarbeit willkommen heißt. Es ist also denkbar, daß Vereine selbst in benachbarten Städten eine verschiedene Praxis in dieser Hinsicht haben. Das mag als eine Schwäche erscheinen, kann aber beim heutigen Bestände unserer Bewegung kaum anders sein. Nun wird, es außerdem vielfach von den national-sozialen Israeliten selbst abhängen, welche Rolle sie in Zukunft in unserer Bewegung spielen. Es muß gerade in jetziger Zeit ein Hauptbestreben der gebildeten jüdischen Elemente sein, den Beweis zu liefern, daß sie das Vaterland des Volkes, unter dem sie leben, als ihre Heimath und die Macht dieses Volkes als Ziel

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