Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1897)
- Article
- Der Glaube Israels
- Date
- 1897-01-01
- Page
- 16 (sequence 16)
- Language
- German
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16 3m deuischen Reich. heben und aus den jetzigen Arbeitsmaschinen denkende Kräfte gestalten, je mehr wird der Geist der Gesetzgebung, der von den Höhm Sinais ewig neu und ewig belebend uns anweht, die Ge» müther der Welt erfüllen. Verödet liegt Zion. Verhallt schon längst die Gesänge, die dort dem Heiligen Israels ertönten, und die Stille der Nacht lagert sich um seine Höhm. Auf Oedm und Trümmer senken sich der Abendsonne Strahlen, die einst dm Tempel des Herrn in reichster Purpurgluth verklärten. Aber noch weht der Geist der Gottheit um den heiligen Berg, noch schauen zu Dir, o Ewiger, die Blicke der Völker zu. Deinem Tempel, der so herrlich war. Nicht nur im Glanz der Sonne, in dem Lichte der heiteren Tage erscheinst Du dm Augen der Menschheit. Nein, wenn die Schatten der Nacht sich senken, in dem Trübsal des menschlichen Lebens geht heute noch aller Trost aus von Dir und die Hoffnung dm bangen Gemüthern. Deine Gesänge tönen noch heute, zu ihnen wenden sich die Herzen der Völker und werden sich wenden, so lange noch Schmerz und Noth und Verzweiflung und Sünde den Spuren des menschlichen Daseins folgen. Deine Lehre bestehet ewiglich. Und am Ende der Tage wird es klar werden dem Bewußtsein der Völker und alle Enden der Welt werden wiederhallen die Worte, daß von Zion aus die Lehre geht und das Wort Gottes von Jerusalem. Gustav Levinstein.