Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-12-01
- Page
- 643 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. 643 durch die Antisemiten genährte Vorurtheil, anderseits die unter den Juden stellenweise vorhandene übergroße Empfindlichkeit und ganz besonders die Macht der Gewohnheit, welche den Sohn zumeist veranlaßt, denselben Beruf zu ergreifen, den der Vater erwählte. Die Ueberfüllung des Handelsstandes und die Möglichkeit einer für den Kaufmann weit mehr als für den Handwerker verhängnißvollen Stellenlosigkeit sollten jedoch dazu führen, gegen alle die erwähnten Schwierigkeiten energisch anzukämpfen. Der Redner erwähnte noch das anerkennenswerthe Wirken des von den Bnay-Brith-Logen eingerichteten Arbeitsnachweises und betonte am Schlüsse seines Vortrages, daß jedenfalls im Judenthum nichts zu finden sei, was zur produktiven Arbeit in irgend einem Gegensatz stände. Nachdem der Vorsitzende dem Redner Worte herzlichen Dankes gezollt hatte, fand noch ein recht anregender Meinungsaustausch über den Vortrag statt. Abermals hat der Eentral-Berein einen sehr erfreulichen Zuwachs zu verzeichnen. Am 18. d. M. ging uns die erfreuliche Mittheilung zu, daß die 1428 Seelen zählende Synagogen - Gemeinde B r o m b e r g unserem Verein sich corporativ angeschlossen hat. Vivant sequentes! A. L. Briefkasten der Redaktion. R. 8., Berlin. Wenn auch das, was man neuerdings als „Bashfordismus" bezeichnet, keineswegs entschuldbar ist und von Juden selbst jede schroffe Aeußerung vermieden werden sollte, die man dafür halten könnte, ist es doch geradezu lächerlich, wenn die antisemitischen Blätter sich anstellen, als ob hier eine jüdische Eigenthümlichkeit vorläge. Dabei berichtete neuerdings der antisemitische Badische Volksbote, ein .Rittmeister von Auerswald sei wegen Beleidigung einer Fernsprech-Gehülfin zu 300 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden, und in der antisemitischen „Staatsbürger-Ztg." wurde die Verurtheilung des Rittergutsbesitzers Edmund von Pröllius mitgetheilt, der auf dem Stettiner Bahnhase einen Lademeister mit Ausdrücken wie „Halt das 44*