Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1896-12-01
- Page
- 640 (sequence 7)
- Language
- German
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640 )nr deutschen Reich. und über die entschieden ablehnende Stellung des Vorstandes zu der Frage der Errichtung einer jüdischen höheren Töchterschule in Berlin W. ergänzt hatte, kam man zum Punkt 3 der Tagesordnung: Umänderung des Z 13 der Satzungen. Nach kurzer Debatte wurde auf Antrag des Herrn Adolf Ginsberg beschlossen, den ersten Satz dieses Paragraphen dahin abzuändern: „Die ordentliche General-Versammlung findet alljährlich im Januar oder Februar in Berlin statt." Zu dem Punkt 4 der Tagesordnung beantragte Herr Kaufmann Fränkel Wiederwahl der nach § 18 der Satzungen ausscheidenden neun Vorstandsmitglieder durch Akklamation. Dagegen erhob Herr Apotheker Julius Loewenstein unter Hinweis auf den Mißerfolg bei dem Fleischbesudelungsprozeß Widerspruch, wobei er anregte, statt eines der ausscheidenden Mitglieder Herrn M. A. Klausner in den Vorstand zu wühlen. Während Herr Ad. G i n s b e r g die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder befürwortete und Schluß beantragte, schloß sich Herr Spiewkowski den Ausführungen des Herrn Loewenstein an. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs bat Herrn Ginsberg den Schlußantrag zurückzuziehen und erklärte den Hinweis auf den Fleischbesudelungsprozeß für unzutreffend. Auch in jenem Falle könne trotz der Freisprechung des Angeklagten keineswegs von einem Mißerfolg geredet werden. Freisprechung sei nur aus dem formellen Grunde erfolgt, daß eine „Beunruhigung des großen Publikums" nicht vorliege. Ausdrücklich reprobirt aber sei der in den Entscheidungsgründen des schöffengerichtlichen Unheils enthaltene Satz, daß im Falle Bronn der Verdacht einer Fleischbesudelung aus rituellen Gründen bestehe. Das Berufungsgericht hat die Verallgemeinerung des Falles Bonn ausdrücklich als ungebührlich erklärt. Und das sei das Wesentliche in der Sache. Nach lebhafter Diskussion, an welcher sich vorzugsweise die Herren Klausner undDr.Horwitz betheiligten, erfolgte die Wahl durch Stimmzettel, deren Ergebniß war, daß Herr Maurermeister S. Weile mit 125, Herr Geh. - Medizinal-Rath Professor Dr. H. Senator mit 126, Herr Professor Dr. Julius Wolfs mit 125, Herr M. Moszkowski, Mitglied der Königlichen Academie der Künste, mit 116, Herr Professor Dr. Adolf Pinner mit 126, Herr Banquier Alfred Loewenberg mit 125, Herr General-Eonsu! Eugen Landau mit 123, Herr Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz mit 126, Herr Rechtsanwalt Dr, R. Alerander- Katz mit 126 Stimmen wiedergewählt wurden. Auf Herrn M. A. Klausner sielen 6 Stimmen. Es folgte eine Diskussion über den Vortrag, welche unter allgemeiner Spannung Herr Dr. theol. et phil. H ermann L. Strack,