Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1896)
- Article
- Berlin
- Date
- 1896-12-01
- Page
- 625 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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625 Korrespondenzen. * Berlin, 17. Dezember. In der kürzlich ausgegebenen Nummer 44 der „Statistischen Korrespondenz" ist eine gute Uebersicht der bei der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 ermittelten Seelenzahl der jüdischen Bevölkerung des preußischen Staates enthalten. Danach befanden sich am Tage der Volkszählung in Preußen 379 716 Juden, während bei der Zählung im Jahre 1890 372 059 ermittelt worden sind. In fünf Jahren hat also nur eine Zunahme von 7657 Seelen, oder von 20,58 pro Tausend stattgefunden, während sich die Protestanten um 58,18, die Katholiken sogar um 72,83 vermehrt haben. Es ist demnach eine relative Abnahme des Antheils der Juden an der preußischen Bevölkerung zu konstatiren. Eine solche ist schon früher sestgestellt worden, denn es kamen in Preußen auf 1000 Seelen: 1880 13,34, 1885 12,90, 1890 12,42, 1895 nur 11,99 Juden. Die in der Zeit von 1890 bis 1895 stattgehabte Zunahme von 7657 Seelen ist zwar größer als die in dem vorausgegangenen Jahrfünft (5486 Seelen), aber immerhin gering, denn sie hätte nach dem Verhältniß der christlichen Bevölkerung ca. 24 000 Seelen betragen müssen. Schon die natürliche Vermehrung bleibt weit hinter der christlichen zurück; dennoch dürfte sich diese auch in den fünf Jahren 1890—95 (von 1895 fehlen noch die Zahlen) auf ca. 18 000 Seelen belaufen. Demnach sind dem preußischen Judenthum auch in der Berichtsperiode 10 000 Seelen durch Taufen, Ausweisungen und freiwillige Auswanderung verloren gegangen, während von einer Einwanderung kaum die Rede sein kann. Die Repräsentanten - Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde vollzog die Ersatzwahlen für die am Schlüsse dieses Jahres aus dem Gemeindevor stände ausscheidenden Herren Julius Jacoby, Direktor Hermann und Sanitätsrath Dr. Wiesenthal, sowie für die Vorsteher-Stellvertreter: Herren Professor Dr. Geiger, Kommerzienrath Julius Jsaac und Regierungsrath a. D. Magnus. Zu Vorstehern wurden gewählt die Herren Julius Jacoby, Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs (stellv. Vorsitzender des Central-Vereins' deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens) und Martin Simon; zu Stellvertretern die Herren Geheimer Sanitätsrath Dr. Boas, Rechtsanwalt Lilienthal, Wilhelm Goldschmidt. -13